Sardinien mit Camper und Baby: Unsere Rundreise im Mai

Unsere erste Elternzeit mit Baby – und wir wollten sie richtig nutzen! Statt zuhause zu bleiben, haben wir uns in unseren VW T5 gesetzt und sind nach Sardinien gefahren. Im Mai 2021, kurz nachdem Italien nach Corona wieder geöffnet hatte, war die Insel noch herrlich ruhig, obwohl gerade Pfingstferien waren.

Sardinien mit Baby und Camper – das klingt nach einer tollen Kombination und das war es tatsächlich auch! Die Insel bietet traumhafte Strände mit türkisfarbenem Wasser, spektakuläre Küstenlandschaften, charmante Städtchen und genug Abwechslung für mehrere Wochen. Und das Beste: Mit dem Camper ist man völlig flexibel und kann auf die Bedürfnisse eines Babys perfekt eingehen.

In diesem Artikel nehme ich dich mit auf unsere Rundreise durch Sardinien – von den berühmten Stränden der Costa Smeralda über einsame Buchten bis zu antiken Ausgrabungsstätten. Mit praktischen Tipps fürs Reisen mit Baby und Camper.

Anreise: Mit der Fähre von Livorno nach Olbia

Unsere Reise nach Sardinien begann in Livorno, von wo aus wir mit der Fähre nach Olbia im Nordosten Sardiniens übergesetzt sind. Die Fährüberfahrt dauert je nach Verbindung etwa 6 bis 10 Stunden. Wir haben eine Nachtfähre genommen, was mit Baby sehr praktisch war – so konnten wir alle in einer Kabine schlafen, während das Schiff uns und unseren Camper nach Sardinien schaukelte.

Praktische Tipps zur Fähre:

  • Frühzeitig buchen, besonders in der Hauptsaison
  • Nachtfähre mit Baby ist deutlich entspannter als Tagesfähre
  • Es gibt verschiedene Anbieter (Moby Lines, Corsica Ferries, Grimaldi Lines). Am besten Preise und Abfahrtzeiten vergleichen z.b. bei directferries.de
  • Mit Camper braucht man ein Fahrzeugticket plus Personentickets. Je nach Größe des Campers muss man unterschiedlich viel zahlen.
  • Kosten für Hin- und Rückfahrt: ca. 400-800 Euro (je nach Saison und Camper-Größe)

Der Nordosten Sardiniens: Costa Smeralda und Capo Testa

Nachdem wir morgens in Olbia angekommen sind, haben wir die Stadt erstmal links liegen gelassen und sind direkt Richtung Norden gefahren an die Costa Smeralda.

Sardinien costa smeralda

Costa Smeralda – Traumstrände und türkisfarbenes Wasser

Die Costa Smeralda (Smaragdküste) im Nordosten Sardiniens ist berühmt für ihre wunderschönen Strände und das kristallklare, türkisfarbene Wasser. Wir haben mehrere Buchten erkundet und waren jedes Mal begeistert von der Schönheit der Küste.

Die Strände hier sind wirklich traumhaft: feiner Sand, flach abfallendes Wasser, umgeben von Granitfelsen und mediterraner Vegetation. Im Mai war es noch angenehm ruhig, aber im Hochsommer (Juli/August) kann es hier sehr voll werden – die Costa Smeralda ist ein beliebtes Ziel bei Italienern und internationalen Touristen.

Mit Baby: Die flachen Strände sind perfekt für Babys. Das Wasser ist ruhig, und man findet oft schattige Plätze unter Pinien oder Felsen.

Bekannte Strände an der Costa Smeralda:

  • Spiaggia del Principe
  • Capriccioli
  • Romazzino
  • Liscia Ruja

Capo Testa – Spektakuläre Granitfelsen

Capo Testa ist eine kleine Halbinsel an der Nordspitze Sardiniens, bekannt für ihre bizarren, vom Wind geformten Granitfelsen. Die Landschaft ist wirklich einzigartig – riesige, runde Felsbrocken türmen sich übereinander und bilden surreale Formationen.

Wir sind einmal komplett um die Halbinsel herumgewandert. Die Wanderung ist nicht besonders lang (ca. 1,5-2 Stunden) und bietet spektakuläre Ausblicke auf das Meer und die Felsen. Mit Baby in der Trage war das super machbar, mit Kinderwagen allerdings eher nicht – der Weg ist teilweise felsig und uneben.

Tipp: Zum Sonnenuntergang ist Capo Testa besonders schön. Das goldene Licht auf den Granitfelsen ist magisch!

Nordwesten: Alghero, Capo Caccia und La Pelosa

Capo Caccia – Dramatische Steilklippen

Capo Caccia ist ein imposantes Kap im Nordwesten Sardiniens mit bis zu 168 Meter hohen Steilklippen. Der Ausblick von oben ist atemberaubend – das Meer schimmert in allen Blautönen, und die Klippen fallen steil ins Meer ab.

sardinien mit camper

Am Capo Caccia befindet sich auch die Grotta di Nettuno (Neptungrotte), eine beeindruckende Tropfsteinhöhle. Man erreicht sie entweder per Boot von Alghero aus oder über die Escala del Cabirol, eine steile Treppe mit 654 Stufen, die an der Felswand hinunterführt. Bei uns war die Grotte leider noch geschlossen, aber der Ausblick von oben war auch so fantastisch.

La Pelosa – Einer der schönsten Strände Sardiniens

Der Strand La Pelosa bei Stintino gilt als einer der schönsten Strände Sardiniens – und das völlig zu Recht! Das Wasser ist so türkisfarben und klar, dass man sich wie in der Karibik fühlt. Der Sand ist fein und weiß, und im Hintergrund sieht man den Torre della Pelosa, einen alten Wachturm auf einer kleinen Insel.

strand la pelosa

Bei uns war es sehr windig, und wir waren froh, unsere Strandmuschel dabei zu haben. Die hat uns und das Baby perfekt vor Wind und Sonne geschützt. Auch im Mai war der Strand schon recht gut besucht – im Hochsommer muss man mit richtig vielen Menschen rechnen.

Wichtig: Mittlerweile gibt es am La Pelosa Strand Zugangsbeschränkungen in der Hochsaison (Juli/August). Man muss online ein Ticket buchen und darf keine Handtücher, sondern nur Strandmatten benutzen, um den feinen Sand zu schützen. Im Mai/Juni und September/Oktober ist es noch entspannter.

Alghero – Charmantes Städtchen am Meer

Alghero ist eine der schönsten Städte Sardiniens und hat einen ganz besonderen Charme. Die Altstadt ist von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben, die engen Gassen sind voller kleiner Läden und Restaurants, und die katalanische Vergangenheit der Stadt ist überall spürbar (Alghero wurde lange von Katalanen regiert und wird daher auch “Klein-Barcelona” genannt).

Wir haben einen entspannten Nachmittag in Alghero verbracht, sind durch die Gassen gebummelt, haben natürlich ein Eis gegessen (das war Pflicht!) und die Aussicht von der Stadtmauer genossen. Mit Baby und Kinderwagen ist die Altstadt gut machbar – die meisten Gassen sind flach.

Tipp: Die Promenade entlang der Stadtmauer ist perfekt für einen Spaziergang bei Sonnenuntergang.

Der Westen Sardiniens: Sinis-Halbinsel und Tharros

Sinis-Halbinsel – Abenteuerliche Mittagspause

Auf der Sinis-Halbinsel haben wir ein kleines Abenteuer erlebt: Wir sind mit dem Camper einfach einen kleinen Feldweg entlanggefahren, bis wir direkt an den Klippen mit Blick aufs Meer standen. Dort haben wir Mittagspause gemacht, das Baby hat geschlafen, und wir haben die absolute Ruhe und die spektakuläre Aussicht genossen.

3 Wochen Route Sardinien mit Camper und Baby 3

War es etwas abenteuerlich? Ja. War es wunderschön? Absolut! Solche spontanen Momente machen eine Camper-Reise aber ja auch aus.

Tharros – Antike Ausgrabungen am Meer

Tharros ist eine antike phönizisch-römische Ausgrabungsstätte auf der Sinis-Halbinsel, direkt am Meer gelegen. Die Ruinen stammen aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. und umfassen Tempel, Thermen, Straßen und Wohnhäuser.

3 Wochen Route Sardinien mit Camper und Baby 4

Besonders beeindruckend ist die Lage: Die Ausgrabungen liegen auf einer Landzunge mit Blick auf das türkisfarbene Meer. Die Kombination aus Geschichte und Landschaft ist wirklich sehenswert. Mit Baby in der Trage konnten wir die Anlage gut erkunden – es ist zwar etwas uneben, aber machbar.

Eintritt: Ca. 7 Euro pro Person (Stand 2021)

Is Arutas Strand – Der Reiskornsand-Strand

3 Wochen Route Sardinien mit Camper und Baby 5

Der Is Arutas Strand ist bekannt für seinen besonderen Sand, der aus winzigen, runden Quarzkörnchen besteht und aussieht wie Reiskörner. Der Sand schimmert in verschiedenen Farben – weiß, rosa, grün – und fühlt sich unter den Füßen ganz anders an als normaler Strand.

Das Wasser ist auch hier kristallklar und türkisfarben. Ein wirklich besonderer Strand!

Wichtig: Es ist streng verboten, den Sand mitzunehmen!

Der Südwesten Sardiniens: Costa Verde und Sant’Antioco

Costa Verde – Dünen und Allrad-Abenteuer

Die Costa Verde im Südwesten Sardiniens ist ein ganz anderer Teil der Insel. Hier dominieren hohe Sanddünen die Landschaft, manche bis zu 60 Meter hoch – es fühlt sich fast an wie in einer Wüste, direkt am Meer.

Hier haben wir mal wieder die Allrad-Fähigkeiten unseres T5 getestet (die er eigentlich nicht hat…). Die Straßen zur Costa Verde sind teilweise nicht geteert, und es liegt sehr viel Sand auf der Fahrbahn. Trotzdem sind wir überall gut durchgekommen, auch wenn es manchmal etwas abenteuerlich war. Die Landschaft ist wunderschön und ganz anders als der Rest Sardiniens – definitiv ein Highlight!

Bekannte Strände:

  • Piscinas (mit den höchsten Dünen)
  • Scivu
  • Portu Maga

Tipp: Die Piscinas Dünen sind besonders beeindruckend. Man kann über die Dünen zum Strand laufen – mit Baby in der Trage machbar, mit Kinderwagen eher nicht.

Sant’Antioco – Halbinsel mit Stränden und kleinem Missgeschick

Die Insel Sant’Antioco im Südwesten ist über einen Damm mit dem Festland verbunden und bietet schöne Strände und Klippen. Die Landschaft ist ruhiger und weniger touristisch als im Norden.

Hier haben wir auf einem Campingplatz übernachtet und am nächsten Morgen nach 1 Stunde Fahrt festgestellt: Wir haben unsere Ausweise auf dem Platz vergessen! Wir mussten also nochmal die ganze Strecke zurückfahren, um sie zu holen. Nicht ideal, aber so ist das manchmal auf Reisen. Immerhin haben wir die Gegend dadurch zweimal gesehen…

3 Wochen Route Sardinien mit Camper und Baby 6

Schöne Strände auf Sant’Antioco:

  • Cala Sapone (geschützte Bucht mit ruhigem Wasser)
  • Spiaggia Grande
  • Maladroxia

Der Süden Sardiniens: Costa del Sud, Nora und Cagliari

Costa del Sud – Türkisfarbenes Wasser und Wachtürme

Die Costa del Sud zwischen Chia und Teulada ist geprägt von wunderschönen Stränden, türkisfarbenem Wasser und alten spanischen Wachtürmen, die auf den Klippen thronen. Die Landschaft ist wild und ursprünglich.

Besonders schön sind die Strände bei Chia, die zu den schönsten Sardiniens zählen. Das Wasser ist so klar, dass man jeden Stein am Grund sehen kann.

Nora – Ausgrabungen mit Meerblick

Nora ist eine weitere antike Ausgrabungsstätte, diesmal phönizisch-punisch-römisch, direkt am Meer gelegen. Die Ruinen umfassen ein Theater, Thermen, Mosaike und Tempel.

Was Nora besonders macht, ist die Lage: direkt an einer wunderschönen Bucht mit kristallklarem Wasser. Nach der Besichtigung kann man direkt am Strand entspannen – perfekt!

Tipp: Das römische Theater ist sehr gut erhalten und bietet einen tollen Blick aufs Meer.

Cagliari – Die Hauptstadt

Cagliari, die Hauptstadt Sardiniens, ist ganz nett. Die Altstadt Castello auf dem Hügel ist sehenswert mit engen Gassen, alten Kirchen und Aussichtspunkten. Wir haben einen halben Tag dort verbracht, sind ein bisschen durch die Stadt gebummelt und haben die Kathedrale angeschaut.

Mit Baby und Kinderwagen ist Cagliari okay – die Altstadt liegt auf einem Hügel, daher gibt es viele Treppen, aber es ist machbar. Insgesamt fanden wir die kleineren Städte wie Alghero charmanter, aber Cagliari ist definitiv einen Besuch wert, wenn man in der Gegend ist (oder ein bisschen shoppen möchte 😉

Das Inland: Giara di Gesturi – Hochebene mit wilden Pferden

Ein ganz besonderes Highlight war die Giara di Gesturi, eine Hochebene im Inselinneren. Die Landschaft hier ist komplett anders als an der Küste: eine weite, flache Ebene mit Korkeichen, Macchia-Vegetation und temporären Seen.

3 Wochen Route Sardinien mit Camper und Baby 7

Das Besondere: Hier leben die Cavallini della Giara, kleine wilde Pferde, die nur auf dieser Hochebene vorkommen. Wir sind durch die Landschaft gewandert und haben tatsächlich einige der Pferde gesehen – ein magischer Moment!

Die Hochebene ist wunderschön zum Wandern, sehr ruhig und ursprünglich. Mit Baby in der Trage war es perfekt, mit Kinderwagen wäre es schwierig.

Tipp: Im Frühling (April/Mai) sind die temporären Seen gefüllt, und die Landschaft ist besonders grün. Im Sommer sind die Seen meist ausgetrocknet.

Der Osten: Arbatax, Cala Fuili und Tiscali

Arbatax – Rote Felsen am Meer

Arbatax an der Ostküste ist bekannt für seine roten Felsen (Rocce Rosse), die einen spektakulären Kontrast zum blauen Meer bilden. Die bizarren Porphyrfelsen ragen aus dem Wasser und leuchten je nach Licht in verschiedenen Rottönen.

3 Wochen Route Sardinien mit Camper und Baby 8

Der Anblick ist wirklich beeindruckend, besonders bei Sonnenuntergang, wenn die Felsen noch intensiver leuchten. Ein Spaziergang entlang der Küste lohnt sich!

Cala Fuili – Traumbucht mit Wanderweg

Cala Fuili ist eine wunderschöne Bucht südlich von Cala Gonone, eingebettet zwischen hohen Kalksteinfelsen. Das Wasser ist kristallklar, der kleine Kiesstrand ist umgeben von dramatischer Natur.

3 Wochen Route Sardinien mit Camper und Baby 9

Zu der Bucht führt ein bekannter Wanderweg von Cala Gonone aus (ca. 1,5 Stunden). Wir sind mit dem Auto bis zum Parkplatz oberhalb der Bucht gefahren und dann den kurzen, aber steilen Weg hinuntergelaufen. Mit Baby in der Trage machbar, mit Kinderwagen nicht.

Im Sommer ist diese Bucht vermutlich super voll, da sie zu den bekanntesten der Ostküste gehört. Im Mai hatten wir sie noch relativ für uns.

Ecoparco Neule – Traumcampingplatz am See

Der Ecoparco Neule bei Orosei war einer unserer Lieblingscampingplätze der Reise. Der Platz liegt direkt oberhalb eines Sees, umgeben von Natur, und es gibt auf dem Gelände Esel und Hühner, die frei herumlaufen.

3 Wochen Route Sardinien mit Camper und Baby 10

Die Atmosphäre war wunderbar entspannt, die Stellplätze großzügig, und die Lage einfach traumhaft. Mit Baby war es perfekt – viel Platz zum Krabbeln, Tiere zum Anschauen, und absolute Ruhe.

Tipp: Der Platz ist eher einfach gehalten (Öko-Campingplatz), aber genau das macht den Charme aus.

Villaggio Tiscali – Wanderung zu einer Nuraghen-Siedlung

Die Wanderung zum Villaggio Tiscali war eines unserer Abenteuer. Tiscali ist eine antike Nuraghen-Siedlung, die versteckt in einer großen Dolinen-Höhle liegt – ein wirklich außergewöhnlicher Ort.

3 Wochen Route Sardinien mit Camper und Baby 11

Die Wanderung dorthin führt durch das Valle di Lanaittu, eine wunderschöne Schlucht mit steilen Felswänden. Der Weg ist etwa 4-5 Stunden hin und zurück und teilweise steil und steinig. Mit Baby in der Trage war es anstrengend, aber machbar. Die Siedlung selbst ist beeindruckend – die Nuraghen-Hütten sind teilweise noch gut erhalten, und die Lage in der Höhle ist einzigartig.

3 Wochen Route Sardinien mit Camper und Baby 12

Wichtig: Die Wanderung ist anspruchsvoll. Gute Kondition und festes Schuhwerk sind nötig. Es gibt auch geführte Touren.

Das einzige was uns diesen Tag etwas ruiniert hat, war eine riesige gelbe Spinne, die auf dem Wanderparkplatz in unseren Camper gefallen ist und wir sie nicht mehr wiedergefunden haben. Danach haben wir den halben Tag den Camper auseinander genommen um sie zu finden.. Zum Glück ist sie nie wieder aufgetaucht..

Rückfahrt: Olbia und Toskana

Die Rückfahrt erfolgte wieder von Olbia nach Livorno mit der Fähre. Auf dem Rückweg durch Italien kann man die Reise gut noch mit der Toskana verbinden.

Wir haben auf dem Rückweg noch Stopps in Pisa (der schiefe Turm ist ein Klassiker!), Lucca (wunderschöne mittelalterliche Stadt mit gut erhaltener Stadtmauer) und Florenz (wenn man Zeit hat – eine der schönsten Städte Italiens) eingelegt.

Tipp für die Route:

  • Olbia → Livorno (Fähre)
  • Pisa (halber Tag)
  • Lucca (halber Tag bis ganzer Tag)
  • Florenz (1-2 Tage)
  • Weiterfahrt Richtung Deutschland

Praktische Tipps: Sardinien mit Baby und Camper

3 Wochen Route Sardinien mit Camper und Baby 13

Reisezeit

Mai/Juni und September/Oktober sind ideal: angenehme Temperaturen, weniger Touristen, Natur ist noch grün (im Mai) oder das Meer noch warm (September). Juli/August ist Hochsaison, dann ist es sehr voll und sehr heiß!

Mit Baby unterwegs

Was hat gut funktioniert:

  • Babytrage für Wanderungen (absolute Empfehlung!)
  • Strandmuschel für Schatten und Windschutz
  • Flexible Tagesplanung (Mittagsschlaf im Camper)
  • Ruhige Strände aufsuchen statt überfüllte Hotspots

Was war manchmal schwierig:

  • Kinderwagen auf unebenen Wegen (haben wir oft im Camper gelassen)
  • Hitze im Hochsommer (wir waren im Mai, daher okay)
  • Wickelmöglichkeiten unterwegs (Camper war perfekt dafür)

Straßenverhältnisse

Die meisten Straßen auf Sardinien sind gut. Ausnahmen:

  • Costa Verde (Sand und ungeteerte Abschnitte)
  • Feldwege zu einsamen Buchten (Bodennähe beachten!)
  • Bergstraßen im Inland (eng und kurvenreich)

Unser T5 ohne Allrad kam überall ohne Probleme durch. Es gibt wohl aber auch ein paar schöne Allrad Strecken auf Sardinien, die wir aber natürlich nicht ausprobiert haben. Ein normales Wohnmobil oder Camper oder einfach nur ein Mietwagen tut es genauso.

3 Wochen Route Sardinien mit Camper und Baby 14

Fazit: Sardinien mit Baby – absolut machbar und wunderschön!

Sardinien mit Baby und Camper war eine fantastische Erfahrung. Die Insel bietet so viel Abwechslung – traumhafte Strände, spektakuläre Natur, interessante Kultur und genug Abenteuer für mehrere Wochen. Und das Beste: Mit dem Camper ist man völlig flexibel.

Unsere Highlights:

  • Das Capo Testa mit den Felsen und Wildblumen
  • Die spektakulären Strände (La Pelosa, Costa Smeralda, Cala Fuili)
  • Die Giara di Gesturi mit den wilden Pferden
  • Die Costa Verde mit den riesigen Dünen
  • Die antiken Ausgrabungen von Tharros und Nora
  • Die entspannte Atmosphäre und die Freundlichkeit der Sarden

Was wir beim nächsten Mal anders machen würden:

  • Noch mehr Zeit einplanen (3-4 Wochen wären perfekt)
  • Im September statt Mai reisen (wärmeres Meer)
  • Mehr Zeit im Osten verbringen (die Ostküste ist spektakulär!)

Wichtigste Erkenntnis: Reisen mit Baby ist anders, aber nicht schwieriger. Man braucht mehr Pausen, ist flexibler in der Planung, und manche Dinge fallen weg. Aber dafür erlebt man die Reise viel bewusster und entdeckt auch die ruhigeren Ecken.

Würden wir es nochmal machen? Sofort! Sardinien ist perfekt für eine Camper-Reise mit Baby, und wir kommen definitiv wieder.

Schau dir auch unseren Reisebericht zu Korsika an: 3 Wochen Route Korsika mit Camper und Baby

FAQ – Häufige Fragen zu Sardinien mit Baby und Camper

Ist Sardinien mit Baby gut machbar? Ja, absolut! Sardinien ist sehr kinderfreundlich, die Strände sind oft flach und sicher, und die Infrastruktur ist gut. Mit Camper ist man flexibel und kann auf die Bedürfnisse des Babys eingehen (Mittagsschlaf, Wickeln, Füttern).

Welche Reisezeit ist mit Baby am besten? Mai/Juni oder September/Oktober. Im Mai ist es noch nicht zu heiß (25-28°C), die Strände sind leer, und die Natur ist grün. September ist auch toll, das Meer ist noch warm. Juli/August ist sehr heiß (oft über 35°C) und sehr voll.

Braucht man für Sardinien einen Allrad-Camper? Für die meisten Straßen nicht. Die Hauptstraßen und auch viele Nebenstraßen sind gut asphaltiert. Für die Costa Verde und manche Feldwege zu einsamen Buchten ist Allrad praktisch, aber nicht zwingend. Wir kamen mit unserem T5 ohne Allrad überall durch.

Wie kommt man mit dem Camper nach Sardinien? Mit der Fähre. Die gängigsten Routen sind Livorno – Olbia (6-10 Stunden), Genua – Olbia (11-13 Stunden), Civitavecchia – Olbia (6-8 Stunden). Wir haben Livorno – Olbia genommen, das war eine gute Wahl.

Was kostet die Fähre mit Camper? Je nach Saison, Camper-Größe und Reederei ca. 200-400 Euro pro Strecke. In der Hochsaison (Juli/August) deutlich teurer. Frühzeitig buchen spart Geld!

Kann man auf Sardinien wild campen? Offiziell nein, Wildcamping ist in Italien verboten. In der Praxis wird es außerhalb der Hochsaison oft toleriert, wenn man diskret ist, nur eine Nacht bleibt und keine Spuren hinterlässt. In der Hochsaison wird mehr kontrolliert.

Wie sind die Campingplätze auf Sardinien? Sehr unterschiedlich. Von einfachen Plätzen bis zu großen Ferienanlagen. Im Mai/Juni muss man nicht vorbuchen, Juli/August sollte man reservieren. Preise: 20-50 Euro pro Nacht (je nach Saison und Ausstattung).

Sind die Strände kinderfreundlich? Viele ja! Viele Strände fallen flach ab und haben ruhiges Wasser. Perfekt für Babys und kleine Kinder. Ausnahmen sind felsige Buchten oder Strände mit starker Brandung.

Babytrage oder Kinderwagen? Beides! Für Wanderungen, Ausgrabungen und unebene Wege ist die Babytrage unverzichtbar. Für Städte und ebene Wege ist der Kinderwagen praktisch. Wir haben beides dabei gehabt und je nach Situation gewechselt.

Was sollte man mit Baby unbedingt dabei haben? Strandmuschel (Schatten und Windschutz!), Babytrage, UV-Schutzkleidung, Sonnencreme, genug Wasser, Kühlbox für Babynahrung/Milch. Im Camper: Moskitonetz für die Fenster.

Wie ist die medizinische Versorgung? Gut. In den größeren Städten (Olbia, Alghero, Cagliari) gibt es Krankenhäuser. Für EU-Bürger gilt die europäische Krankenversicherungskarte. Trotzdem empfehle ich eine zusätzliche Reisekrankenversicherung.

Braucht man Italienisch? In touristischen Gebieten kommt man mit Englisch meist durch. Grundkenntnisse in Italienisch sind aber hilfreich und werden sehr geschätzt. Die Sarden sind sehr freundlich und helfen gerne weiter.

Wie viel Zeit sollte man einplanen? Minimum 2 Wochen, besser 3-4 Wochen. Die Insel ist größer als man denkt, und mit Baby braucht man etwas mehr Zeit. Wir hatten etwa 3 Wochen und hätten gerne noch länger bleiben können.

Was kostet eine Sardinien-Reise mit Camper? Grob geschätzt für 3 Wochen (2 Personen + Baby): Fähre hin/zurück: 400-800 € Diesel: ca. 300-400 € Campingplätze/Stellplätze: 300-600 € Essen: 400-700 € (Selbstversorgung + gelegentlich Restaurant) Eintrittspreise/Aktivitäten: 100-200 € Gesamt: ca. 1.500-2.700 € (ohne Anreise nach Italien)

Lohnt sich Sardinien auch mit kleinem Baby? Ja! Kleine Babys sind oft die entspanntesten Reisebegleiter. Sie schlafen viel, sind noch nicht mobil, und man kann sie überall mitnehmen. Ab Krabbelalter wird es etwas anspruchsvoller, aber auch das ist machbar.