Mauritius ist einer dieser Traumreiseorte, bei denen man sich fragt: Funktioniert das auch mit Kindern? Die Antwort ist ein klares Ja. Die Insel im Indischen Ozean ist familienfreundlicher als erwartet – mit ruhigem, flachem Wasser, sauberen Stränden und einer entspannten Atmosphäre, die Groß und Klein gut tut.

Wir waren im Februar/März mit unseren Kindern dort und haben zwei wundervolle Wochen erlebt. In diesem Artikel teilen wir alle praktischen Infos, unsere Route und unsere ehrlichen Eindrücke – das Gute wie das weniger Gute.


Allgemeines zu Mauritius

Mauritius liegt im Indischen Ozean, östlich von Madagaskar. Mit rund 1.865 km² ist die Insel kleiner als viele denken – von Nord nach Süd fährt man in etwa eineinhalb Stunden durch. Die Insel ist von einem Korallenriff umgeben, was das Wasser in den Lagunen ruhig, flach und warm hält. Ein großer Vorteil mit Kindern.

Wichtige Fakten:

  • Fläche: ca. 1.865 km²
  • Hauptstadt: Port Louis
  • Währung: Mauritianische Rupie (MUR)
  • Sprache: Englisch und Französisch (beide weit verbreitet)
  • Zeitzone: UTC+4 (im Sommer 2, im Winter 3 Stunden vor Deutschland)
  • Direktflüge aus Deutschland: ca. 11–12 Stunden

Anreise und Fortbewegung

Anreise

Der internationale Flughafen (MRU) liegt im Südosten der Insel, nahe Mahébourg – und damit praktisch gleich um die Ecke unserer letzten Unterkunft in Blue Bay. Von Deutschland gibt es Direktflüge, z.B. mit Condor oder Air Mauritius. Die lange Flugzeit ist mit Kindern anspruchsvoll, aber machbar.

Mietwagen – wirklich unverzichtbar

Allen, die die Insel wirklich erkunden wollen, empfehle ich einen Mietwagen. Ohne Auto ist Mauritius mit Kindern kaum sinnvoll zu bereisen.

Was ihr wissen solltet:

  • Kosten: ca. 25–45 EUR pro Tag je nach Fahrzeug und Saison – frühzeitig buchen lohnt sich
  • Linksverkehr: Für Europäer ungewohnt, aber gut machbar
  • Verkehr: Auf den Hauptstraßen kein Problem. Es wird aber gerne in zweiter Reihe geparkt, was manchmal etwas wild wirkt
  • Stau: Abseits der Autobahn, vor allem rund um Port Louis, kann es stocken
  • Bergstraßen: Die kleineren Straßen ins Inselinnere ziehen sich – schön, aber Zeitpuffer einplanen
  • Kindersitze: Bei der Buchung vorher anfragen oder eigenen mitbringen. Wir hatten unsere eigenen dabei.

mauritius mit kindern

Reisezeit

Mauritius ist ein Ganzjahresziel. Das Klima ist tropisch, mit einer heißen, feuchten Regenzeit von November bis April und einer trockeneren, etwas kühleren Saison von Mai bis Oktober.

Beste Reisezeit: Mai bis Oktober – weniger Regen, etwas angenehmer zum Erkunden und Wandern.

Unsere Erfahrung im Februar/März (Regenzeit): Wir waren nicht in der klassisch besten Reisezeit unterwegs. Tatsächlich hatten wir aber kaum Regen: zweimal kurze Schauer nachmittags (je ca. 30 Minuten) und einmal nachts – in zwei Wochen. Was uns mehr zugesetzt hat, war die Hitze und Schwüle: rund 30°C, gefühlt mehr. Zum Baden war das fantastisch, das Wasser war herrlich warm und man konnte ewig darin bleiben. Für ausgedehnte Wanderungen oder längere Touren war es uns persönlich aber schlicht zu heiß. In den Bergen war es etwas kühler und erträglicher.


Route und Unterkünfte

Die Insel ist kleiner als viele denken – von Nord nach Süd fährt man in etwa eineinhalb Stunden durch. Trotzdem haben wir uns für vier verschiedene Unterkünfte entschieden, einfach um wenig Zeit im Auto zu verbringen und wirklich in jeder Region anzukommen. Rückblickend war das eine gute Entscheidung.

Unsere ausführliche Route und alle Highlights findest du hier: Mauritius Highlights und Route für 2 Wochen mit Kindern

Unsere Stationen:

  • 🏖️ 4 Nächte Flic en Flac (Westküste)
  • 🌴 4 Nächte Pereybere (Norden)
  • 🌊 3 Nächte Trou d’Eau Douce (Osten)
  • ✈️ 2 Nächte Blue Bay (Süden, nahe Flughafen)

Wer weniger umziehen möchte, kann die Insel auch gut von einem zentralen Standort aus erkunden – mit Mietwagen ist man überall schnell. Ohne Auto würde ich Mauritius mit Kindern aber wirklich nicht empfehlen.

Unsere Empfehlungen für familienfreundliche Unterkünfte findest du hier: Unterkünfte für Familien auf Mauritius


Mauritius mit Kindern: das musst du wissen! 1

Baden mit Kindern

Dadurch dass die Insel von einem Korallenring umgeben ist, gibt es in den Lagunen quasi keine Wellen – und es geht fast überall sehr flach ins Wasser. Perfekt mit kleinen Kindern. Die Wassertemperatur im Februar/März war sehr angenehm, man konnte ewig im Wasser bleiben.

Die Strände sind sehr gepflegt und werden jeden Morgen gekehrt. An fast jedem öffentlichen Strand gibt es Toiletten und Duschen – öffentliche Toiletten findet man auf Mauritius übrigens generell gut.


Schnorcheln – ein ehrliches Fazit

Das Schnorcheln hat mich persönlich etwas enttäuscht. Viele Korallen sind abgestorben – vor einigen Jahren gab es eine schwere Korallenbleiche, von der sich das Riff noch nicht erholt hat. An einigen Stränden, zum Beispiel in Flic en Flac, lagen ganze Küstenabschnitte mit toten Korallen. Um lebendige Unterwasserwelt zu sehen, musste man entweder sehr weit rausschwimmen oder ein Boot nehmen.

Das kenne ich aus anderen Teilen der Welt ganz anders – auf Hawaii zum Beispiel konnte man an jedem beliebigen Strand ins Wasser springen und sofort Meeresschildkröten sehen.

Die beiden besten Schnorchel-Spots waren die Meeresschutzgebiete in Balaclava und Blue Bay – dort gab es noch viele Korallen und Fische zu sehen. Dort lohnt es sich wirklich zu schnorcheln.

Tipp mit Kindern: Glasbodenboot-Touren Wir haben zweimal eine Glasbodenboot-Tour gemacht – das war wirklich toll, auch wenn man nicht weit rauskommt. Für Kinder ist es einfach viel praktischer als Schnorcheln.

  • In Pereybere einfach am Strand losfahren: ca. 500 MUR pro Person, Kinder frei, Dauer ca. 30 Minuten
  • In Blue Bay vom Hotel aus inklusive: Hier haben wir auch eine Meeresschildkröte und einen Seestern gesehen 🐢

Einkaufen auf Mauritius

Mauritius ist beim Einkaufen sehr gut aufgestellt – ihr müsst also nicht alles von zuhause mitschleppen.

Supermärkte & Malls Es gibt mehrere große Einkaufszentren auf der Insel, unter anderem das Bagatelle Mall im Zentrum und das Grand Baie La Croisette im Norden. Dort findet ihr alles, was ihr braucht – von Lebensmitteln über Kleidung bis hin zu Drogerie-Artikeln.

Für Kinder und Babys Windeln, Feuchttücher, Babynahrung, Milchpulver und Babybrei sind in den Supermärkten und Drogerien problemlos erhältlich. Alle gängigen Marken sind vor Ort, die Preise sind vergleichbar mit Deutschland, manchmal etwas höher.

Decathlon – ein Geheimtipp für Familien Es gibt gleich zwei Decathlon-Filialen auf Mauritius. Wer Sonnenschutz-Shirts, Badeschuhe, Wasserspielzeug, Schnorchel-Ausrüstung oder leichte Wandersachen für die Kinder braucht, ist dort bestens bedient – zu fairen Preisen. Wir haben uns dort eingedeckt, nachdem unsere Koffer ja auf dem Hinflug leider erstmal nicht angekommen waren.


mauritius mit kindern

Restaurants und Essen mit Kindern

Mauritius ist kulinarisch sehr vielfältig – die Insel ist ein Schmelztiegel aus indischen, kreolischen, chinesischen und französischen Einflüssen. Mit Kindern ist man in fast jedem Restaurant willkommen.

Kinderfreundlichkeit Restaurants sind generell offen gegenüber Familien. Ein klassisches Kindermenü gibt es nicht überall, aber es findet sich immer etwas Passendes: Reis, Nudeln, gegrilltes Hähnchen oder Pommes stehen fast überall auf der Karte.

Was ihr probieren solltet:

  • Roti mit Curry – auch Kinder mögen oft die milderen Varianten
  • Fried Rice / Fried Noodles – unsere Kinder lieben gebratenen Reis
  • Frischer Fisch und Meeresfrüchte – die Qualität ist hervorragend
  • Fruchtsäfte – frisch gepresst, überall erhältlich und köstlich

Preise Essen gehen ist auf Mauritius nicht günstig, vor allem in touristischen Gebieten. Ein einfaches Mittagessen für eine Familie kostet schnell 30–50 EUR. Günstiger ist man in lokalen Restaurants und Straßenständen unterwegs – und das Essen dort ist oft sogar besser.

Tipp: In Bäckereien und kleinen Läden gibt es überall günstige Snacks z.b. Gebäck wie pain au chocolat für zwischendurch – ideal für unterwegs mit Kindern.


Good to know

Sprache Mit Englisch kommt man auf Mauritius überall sehr gut zurecht. Französisch ist ebenfalls weit verbreitet. Die lokale Sprache ist Kreolisch, ein paar freundliche Worte werden immer mit einem Lächeln quittiert.

Trinkgeld In Restaurants sind ca. 10% üblich, wenn ihr zufrieden wart. In manchen Hotels ist der Service bereits im Preis enthalten – kurzer Blick auf die Rechnung lohnt sich.

Preise Mauritius ist kein günstiges Reiseziel. Besonders Restaurants in touristischen Gebieten, Bootstouren und Aktivitäten können ins Geld gehen. Wer spart, kauft im Supermarkt ein und sucht sich lokale Restaurants abseits der Strandpromenaden.

Währung Die lokale Währung ist die Mauritianische Rupie (MUR). Kreditkarten werden in Hotels, Restaurants und Malls problemlos akzeptiert. Bargeld lohnt sich für Märkte, kleine Läden und Glasbodenboot-Touren am Strand.

Leitungswasser Lieber Wasser kaufen – Leitungswasser ist zwar technisch trinkbar, schmeckt aber nicht überall gut.

Sonnenschutz Die tropische Sonne ist intensiv, auch an bewölkten Tagen. Lichtschutzfaktor 50+ für Kinder ist Pflicht – und davon reichlich einpacken oder vor Ort im Decathlon oder Supermarkt kaufen.

Mücken Insektenschutz mitnehmen, vor allem für die Abendstunden. Insbesondere in der Regenzeit können Mücken lästig sein.

Gesundheit & Versicherung Die europäische Krankenversicherungskarte gilt nicht außerhalb der EU – eine Auslandsreisekrankenversicherung ist unbedingt empfehlenswert. Die medizinische Versorgung in den größeren Städten ist gut, in touristischen Regionen gibt es Kliniken und Ärzte, die Englisch sprechen.

Sicherheit Mauritius ist im Vergleich zu vielen anderen Fernreisezielen sehr sicher. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gelten: Wertsachen nicht im Auto lassen, an belebten Orten auf Taschen achten.

Handy & Internet EU-Roaming gilt nicht. Entweder eine lokale SIM-Karte kaufen (günstig, direkt am Flughafen erhältlich) oder eine internationale eSIM vorbereiten. WLAN gibt es in Hotels und Restaurants in der Regel zuverlässig.

Zeitumstellung Mauritius liegt in der Zeitzone UTC+4 – im Sommer 2, im Winter 3 Stunden vor Deutschland. Kleinkinder schlafen sich meist innerhalb von 1–2 Tagen ein.


Mauritius mit Kindern: das musst du wissen! 2

Fazit

Mauritius ist mit Kindern wunderschön – vor allem fürs Baden. Das ruhige, warme, flache Wasser in den Lagunen ist ideal für Familien, die Strände sind gepflegt, und die Infrastruktur ist gut. Wer allerdings hauptsächlich wegen des Schnorchelns fährt, sollte die Erwartungen etwas dämpfen – das Riff hat unter der Korallenbleiche gelitten.

Unsere Reisezeitenempfehlung: Mai bis Oktober für angenehmere Temperaturen und weniger Schwüle. Im Februar/März ist es auch möglich und wir hatten kaum Regen – aber die Hitze war wirklich herausfordernd für größere Aktivitäten.

Mit Mietwagen, einem guten Reiseplan und realistischen Erwartungen ans Schnorcheln ist Mauritius eine unvergessliche Familienreise.

FAQ – Häufige Fragen zu Mauritius mit Kindern

Ist Mauritius mit kleinen Kindern geeignet? Ja, sehr. Das ruhige, flache Wasser in den Lagunen ist ideal für kleine Kinder. Strände mit Wellen gibt es kaum, da die Insel von einem Korallenring geschützt wird.

Braucht man unbedingt einen Mietwagen? Ja, wirklich. Ohne Auto ist man stark eingeschränkt. Öffentliche Busse fahren zwar, sind aber mit Kindern und Gepäck wenig praktisch. Mit Mietwagen ist man überall auf der Insel schnell.

Welche Reisezeit ist am besten für Familien? Mai bis Oktober – trockenere Zeit, etwas angenehmere Temperaturen. In der Regenzeit (November bis April) ist es sehr heiß und schwül, Regen gibt es aber oft nur kurz und lokal.

Kann man Windeln und Babynahrung vor Ort kaufen? Ja, kein Problem. In den Supermärkten und Malls gibt es alles Notwendige für Babys und Kleinkinder. Ihr müsst nichts extra einpacken.

Lohnt sich Schnorcheln auf Mauritius? Eingeschränkt. Viele Korallen sind durch eine Korallenbleiche abgestorben. Die besten Spots sind die Meeresschutzgebiete in Balaclava und Blue Bay. Mit Kindern sind Glasbodenboot-Touren oft die praktischere und schönere Alternative.

Wie viele Tage sollte man mindestens einplanen? Mindestens 10 Tage, damit man verschiedene Regionen der Insel kennenlernen kann. Mit zwei Wochen hat man genug Zeit für Strand, ein paar Ausflüge und Erholung.

Ist Mauritius teuer? Ja, Mauritius ist kein günstiges Reiseziel. Besonders Restaurants, Bootstouren und Aktivitäten kosten mehr als man vielleicht erwartet. Lokale Märkte und einfache Restaurants sind deutlich günstiger als touristisch ausgerichtete Betriebe.

Gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten? Ja. Es gibt mehrere große Malls sowie zwei Decathlon-Filialen. Für Familien mit Kindern ist man sehr gut versorgt – von Sportausrüstung bis Babyartikel.

Ist Mauritius sicher? Ja, Mauritius gilt als eines der sichersten Reiseziele in Afrika. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gelten, aber ihr müsst euch keine besonderen Sorgen machen.

Funktioniert das deutsche Handy auf Mauritius? EU-Roaming gilt nicht. Empfehlenswert ist eine lokale SIM-Karte direkt am Flughafen oder eine internationale eSIM, die ihr vorab einrichtet.