Das Wichtigste für deine Uganda Reiseplanung
Uganda ist eines der grünsten und artenreichsten Länder Afrikas, und gleichzeitig eines der am meisten unterschätzten Reiseziele auf dem Kontinent. Die meisten Menschen fahren wegen der Berggorillas, und das zu Recht. Aber Uganda hat mehr zu bieten: mehrere große Nationalparks, Schimpansen-Trekking, eine abwechslungsreiche Landschaft von Regenwald bis Savanne, und die Möglichkeit, mit einem Mietwagen komplett auf eigene Faust unterwegs zu sein.
Wir waren im März 2020 zwei Wochen im Südwesten unterwegs, mit einem Landcruiser und Dachzelt. Unseren ausführlichen Reisebericht mit unserer Route findest du hier: https://fernweh-und-papaya.de/selbstfahrer-route-durch-uganda/
Allgemeines
Uganda liegt in Ostafrika, direkt am Äquator, und grenzt an Kenia, Tansania, Ruanda, die Demokratische Republik Kongo und den Südsudan. Das Land ist etwa so groß wie Deutschland und hat rund 48 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt ist Kampala.
Trotz seiner Lage direkt am Äquator ist Uganda kein heißes, flaches Land. Der Großteil des Landes liegt auf einem Hochplateau zwischen 1.000 und 1.500 Metern, was die Temperaturen angenehm hält. Im Westen und Südwesten, wo sich die meisten Nationalparks befinden, ist es grün, hügelig und deutlich kühler als man erwartet.
Uganda gilt als eines der freundlichsten Länder Afrikas. Das ist kein Klischee, sondern etwas, das uns während der ganzen Reise immer wieder aufgefallen ist.

Reisezeit
Die beste Reisezeit für Uganda ist während der Trockenphasen: von Juni bis September und von Dezember bis Februar. In dieser Zeit sind die Straßen besser befahrbar, die Nationalparks leichter zugänglich und die Trekking-Bedingungen angenehmer.
Uganda hat zwei Regenzeiten: von März bis Mai (lange Regenzeit) und von Oktober bis November (kurze Regenzeit). Wir waren Anfang März unterwegs, also am Beginn der langen Regenzeit. Die Straßen können dann teilweise sehr anspruchsvoll werden, besonders abseits der Hauptrouten. Mit einem guten Allradfahrzeug ist es machbar, aber man sollte es wissen und sich auf längerer Fahrtzeiten einstellen.
Für Gorilla- und Schimpansen-Trekking ist Uganda ganzjährig möglich. Die Permits werden unabhängig von der Jahreszeit verkauft.
Reisedauer
Für eine sinnvolle Rundreise durch den Südwesten mit den wichtigsten Nationalparks sollte man mindestens zwei Wochen einplanen. In zwei Wochen lassen sich Bwindi (Gorilla Trekking), Queen Elizabeth NP, Kibale Forest (Schimpansen) und die Kraterseen gut kombinieren.
Wer nur Gorilla Trekking machen und ansonsten wenig Nationalpark-Programm will, kann auch in einer Woche sinnvoll reisen. Für eine umfassendere Tour inklusive Norduganda (Murchison Falls) sind drei Wochen besser. Da wir aber in den zwei Wochen noch nach Ruanda rüber sind, haben wir den Norden ausgelassen.

Route
Eine klassische Südwest-Route führt von Entebbe über Lake Mburo, Bwindi Impenetrable Forest, Queen Elizabeth NP und Kibale Forest wieder zurück nach Entebbe. Das sind etwa 1.500 Kilometer, gut fahrbar in zwei Wochen ohne Stress.
Wer mehr Zeit hat, kann die Route um einen Abstecher nach Ruanda (Grenze bei Kisoro) oder in den Norden zum Murchison Falls NP erweitern.
Unsere genaue Route mit allen Stopps und Fahrzeiten findest du im Reisebericht. https://fernweh-und-papaya.de/selbstfahrer-route-durch-uganda/
Mietwagen und Dachzelt
Für eine Rundreise durch die Nationalparks ist ein Allradfahrzeug unbedingt empfehlenswert, in der Regenzeit ist es Pflicht. Ein Landcruiser oder vergleichbarer Allradler ist ideal. Die Preise liegen je nach Fahrzeug und Anbieter zwischen 80 und 150 USD pro Tag. Wir haben über einen lokalen Anbieter in Entebbe gebucht. Mehr Details zur Fahrzeugwahl und zu den Straßen gibt es im separaten Artikel: Selbstfahren in Uganda mit Dachzelt: alles was du wissen musst!
Ein großer Vorteil in Uganda ist die Möglichkeit, mit Dachzelt zu reisen. Viele Mietwagenanbieter bieten Fahrzeuge inklusive kompletter Campingausstattung an (Zelt, Matratze, Koch-Equipment, oft sogar Kühlschrank).
Campsites sind in Uganda weit verbreitet, oft landschaftlich wunderschön gelegen und in der Regel unkompliziert nutzbar. Gleichzeitig sollte man sich bewusst sein, dass die Ausstattung einfach ist und nicht immer europäischem Standard entspricht.

Highlights in Uganda
Gorilla Trekking, Bwindi Impenetrable Forest: Das absolute Highlight und für die meisten der Hauptgrund für eine Uganda-Reise. Der Bwindi Forest beherbergt rund die Hälfte aller noch lebenden Berggorillas weltweit.
Schimpansen Trekking, Kibale Forest: Ein anderes Erlebnis als bei den Gorillas, touristischer und aktiver. Trotzdem lohnenswert.
Queen Elizabeth Nationalpark: Einer der größten Parks Ugandas, bekannt für baumsitzende Löwen (Ishasha Sektor) und die Bootstour auf dem Kazinga Kanal.
Lake Bunyoni: Einer der schönsten Seen Ostafrikas, ruhig, grün, mit kleinen Inseln. Gut als Zwischenstopp auf dem Weg nach Bwindi.
Ndali Kraterseen: Eine der visuell beeindruckendsten Gegenden Ugandas, mit vielen Seen und Vulkankratern.
Lake Mburo NP: kleinerer Park, der sich dadurch aber gut für den Anfang eignet.
Weitere Sehenswürdigkeiten:
- Murchison Falls NP (Norduganda): Gewaltige Wasserfälle und klassische Savannen-Safari, für unsere Route zeitlich nicht mehr drin
- Lake Mutanda: Ruhiger See direkt an der ruandischen Grenze mit Blick auf die Virunga-Vulkane
- Jinja: Quelldorf des Nils, bekannt für Wildwasser-Rafting
- Kampala: Für viele nur Durchgangsstation, aber die Stadt hat durchaus Charakter

Gesundheit, Impfungen & Malaria in Uganda
Das Thema Gesundheit spielt bei der Reiseplanung für Uganda definitiv eine Rolle — ist aber mit der richtigen Vorbereitung gut in den Griff zu bekommen.
Impfungen für Uganda
Für die Einreise nach Uganda ist eine Gelbfieberimpfung Pflicht. Ohne entsprechenden Nachweis kann dir die Einreise verweigert werden. Darüber hinaus werden die üblichen Reiseimpfungen empfohlen, darunter:
- Hepatitis A und B
- Typhus
- Tetanus, Diphtherie, Polio (Standardimpfungen auffrischen)
Welche Impfungen im Einzelfall sinnvoll sind, solltest du vor der Reise mit einem Tropenmediziner klären.
Malaria in Uganda
Uganda ist ein Malaria-Risikogebiet, insbesondere in tiefer gelegenen Regionen. Deshalb gehört das Thema zur Reisevorbereitung dazu.
Grundsätzlich gibt es zwei Strategien:
- Prophylaxe (regelmäßige Einnahme von Medikamenten)
- Standby-Medikation (Medikamente für den Notfall dabei haben)
Wir haben uns für die zweite Variante entschieden und lediglich ein Malaria-Notfallmedikament im Gepäck gehabt — ohne es zu benötigen.
Was uns überrascht hat: Trotz Reisebeginn in der Regenzeit hatten wir extrem wenige Mücken. Ich selbst hatte vielleicht drei Stiche in zwei Wochen — das ist weniger als an einem Sommerabend zu Hause im Garten. Das ist natürlich nur eine persönliche Erfahrung und keine Garantie, zeigt aber, dass die Wahrnehmung vor Ort oft weniger dramatisch ist als erwartet.
Mückenschutz: wichtiger als Medikamente
Unabhängig davon gilt: Konsequenter Mückenschutz ist entscheidend, egal ob mit oder ohne Prophylaxe.
- Mückenspray (mit DEET oder Icaridin) verwenden
- lange, helle Kleidung abends tragen
- unter Moskitonetz schlafen (in Lodges meist vorhanden)
- Dachzelt geschlossen halten
Medizinische Versorgung & Reiseapotheke
Die medizinische Versorgung ist in Kampala gut, in ländlichen Regionen jedoch eingeschränkt. Eine gut ausgestattete Reiseapotheke ist daher sinnvoll, z. B. mit:
- Schmerzmitteln
- Durchfallmedikamenten
- Elektrolyten
- Desinfektionsmittel und Pflastern
Außerdem empfiehlt sich eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport.
Good to know
Einreise und Visum: Deutsche Staatsangehörige benötigen ein Visum für Uganda. Es kann vorab online beantragt werden (eVisa über visas.go.ug) oder bei Ankunft am Flughafen Entebbe. Das eVisa im Voraus zu beantragen ist einfacher und spart Zeit bei der Einreise. Kosten: ca. 50 USD für ein Touristenvisum (Stand 2024). Mit dem East Africa Tourist Visa (ca. 100 USD) kann man Uganda, Kenia und Ruanda mit einem Visum bereisen.
Währung: Ugandischer Schilling (UGX). Geldautomaten sind in Kampala und den größeren Städten gut verfügbar. In den Nationalparks und abgelegenen Gebieten sollte man ausreichend Bargeld dabeihaben. US-Dollar werden vielerorts als Zahlungsmittel akzeptiert, besonders für Nationalpark-Eintritte und Permits.
Sprache: Englisch ist offizielle Amtssprache und wird landesweit gesprochen. Damit kommt man überall gut durch. Daneben gibt es viele lokale Sprachen, Luganda ist die verbreitetste.
Transport: Zwischen den Städten gibt es Busse und Minibusse (Matatus), die günstig sind, aber zeitaufwendig. Für eine eigenständige Rundreise durch die Nationalparks ist ein Mietwagen mit Allrad die beste Option. Boda-Bodas (Motorradtaxis) sind überall das schnellste Fortbewegungsmittel innerhalb von Städten und Dörfern.
Steckdosen: Typ G (britischer Standard, drei rechteckige Stifte). Spannung: 240V. Adapter mitnehmen.
Trinkwasser: Leitungswasser nicht trinken. Abgefülltes Wasser ist überall erhältlich und günstig. Wasserfilter oder Aufbereitungstabletten sind für Camper eine sinnvolle Ergänzung.
Internet: SIM-Karten sind am Flughafen und in Kampala leicht erhältlich. MTN und Airtel sind die größten Anbieter. Die Netzabdeckung ist in den Städten gut, in den Nationalparks und abgelegenen Gebieten sehr eingeschränkt bis gar nicht vorhanden. Wir waren bewusst zwei Wochen offline, was gut funktioniert hat.
Öffnungszeiten: Nationalparks sind in der Regel von 6:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Banken öffnen üblicherweise montags bis freitags von 8:00 bis 17:00 Uhr. Lokale Märkte und Läden haben flexiblere Zeiten.
Sicherheit: Uganda gilt für eine Reise in die Nationalparks im Südwesten als grundsätzlich sicher. In den Touristengebieten und Nationalparks haben wir uns jederzeit wohl gefühlt. Die größten Herausforderungen sind der Straßenverkehr (besonders in Kampala) und der Straßenzustand abseits der Hauptstraßen, nicht Kriminalität. In Kampala gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen wie in jeder größeren afrikanischen Stadt: Wertsachen nicht offen tragen, nachts kein unnötiges Herumlaufen zu Fuß. Die Grenzgebiete zur Demokratischen Republik Kongo und zum Südsudan sollte man meiden. Vor der Reise lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Reisehinweise des Auswärtigen Amts.
Essen in Uganda
Die ugandische Küche ist einfach, sättigend und gut. Das Grundnahrungsmittel ist Matoke, gekochte und gestampfte grüne Bananen, dazu gibt es Bohnen, Erdnusssauce (Groundnut Stew), Reis und gegrilltes Fleisch oder Fisch. In den touristischeren Gegenden und Städten gibt es auch internationale Küche.
Rolex ist der beliebteste Straßensnack Ugandas: ein Chapati, in das ein Omelett mit Gemüse gerollt wird. Günstig, schnell und überraschend gut. Den Namen hat er von “rolled eggs”.
In den Nationalparks und auf Campsites ist die Auswahl eingeschränkter. Wer selbst kocht, findet auf lokalen Märkten frisches Gemüse, Früchte und Grundnahrungsmittel zu sehr günstigen Preisen. Leider war bei uns die Auswahl immer sehr eingeschränkt auf Kartoffeln, Tomaten und Zwiebeln. Naja, kann man auch was draus kochen.

Fazit
Uganda ist eines der spannendsten Ziele für eine Selbstfahrer-Reise in Afrika — besonders im Südwesten des Landes. Die Kombination aus Gorilla Trekking im Bwindi Impenetrable Forest, Schimpansen im Kibale Forest, klassischen Safaris im Queen Elizabeth Nationalpark und spektakulären Landschaften macht die Route ideal für einen 2 Wochen Uganda Roadtrip.
Was Uganda besonders macht, ist die Freiheit: Mit einem 4×4 Mietwagen und Dachzelt lässt sich das Land individuell und unabhängig erkunden. Gleichzeitig ist die Infrastruktur gut genug, um auch ohne Guide sicher unterwegs zu sein.
Natürlich bringt eine Uganda Rundreise Herausforderungen mit sich — lange Fahrzeiten, teils schlechte Straßen und Wetterbedingungen, die Planung erfordern. Doch genau das macht den Reiz aus. Wer sich darauf einlässt, erlebt eine intensive, authentische Reise abseits klassischer Safari-Destinationen.
Uganda ist kein Mainstream-Ziel — sondern eines der besten Länder für alle, die Afrika auf eigene Faust entdecken wollen.
FAQ
Was kostet eine 2 Wochen Uganda Reise als Selbstfahrer?
Je nach Reisestil etwa 2.000–4.000 € pro Person. Größter Kostenpunkt ist das Gorilla Permit (ca. 700 USD).
Ist Uganda für Selbstfahrer geeignet?
Ja, besonders der Südwesten ist gut für Selbstfahrer geeignet. Ein Allradfahrzeug ist jedoch notwendig.
Wann ist die beste Reisezeit für Uganda?
Die Trockenzeiten von Juni bis September und Dezember bis Februar sind ideal.
Wie viele Tage braucht man für Uganda?
Für eine klassische Südwest-Route mindestens 14 Tage.
Ist Gorilla Trekking in Uganda sicher?
Ja, die Touren werden von erfahrenen Rangern begleitet und sind streng reguliert.
Braucht man ein Visum für Uganda?
Ja, ein eVisa kostet etwa 50 USD und kann online beantragt werden.





