Gorilla Trekking in Uganda

Gorilla Trekking in Uganda ist für viele Reisende das Herzstück einer Uganda-Reise, und wir verstehen warum. Der Moment, in dem man zum ersten Mal einer Gorilla-Familie gegenübersteht, lässt sich schwer in Worte fassen. Es sind wunderschöne Tiere und diese nicht im Zoo, sondern in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten ist so viel schöner. Natürlich wäre es für die Tiere noch schöner, wenn nicht jeden Tag Menschen vorbeikommen würden, aber gleichzeitig finanzieren diese Trekkings auch ihren Schutz. Für mich war es trotz allem eine einmalige Erfahrung.

Dieser Artikel erklärt euch alles, was ihr für die Planung braucht: Wo es Gorilla Trekking in Uganda gibt, was die Permits kosten, wie ihr euch vorbereitet und was euch vor Ort erwartet.

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Wo gibt es Gorilla Trekking in Uganda?

Die beiden wichtigsten Orte für Gorilla Trekking in Uganda sind der Bwindi Impenetrable National Park und der Mgahinga Gorilla National Park, beide im Südwesten des Landes nahe der Grenze zu Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo.

Bwindi Impenetrable National Park

Bwindi ist die erste Wahl für die meisten Reisenden, und das aus gutem Grund. Der Park beherbergt mehr als die Hälfte der weltweit verbliebenen Berggorillas und hat vier verschiedene Trekking-Sektoren: Buhoma, Ruhija, Rushaga und Nkuringo. Jeder Sektor hat habituierte Gorilla-Gruppen, zwischen denen man je nach verfügbaren Permits wählen kann.

Buhoma ist der älteste und bekannteste Sektor, liegt im Norden des Parks und ist von Kampala aus am einfachsten zu erreichen. Rushaga im Süden hat die meisten habituierten Gruppen und damit auch mehr verfügbare Permits pro Tag. Ruhija und Nkuringo sind ruhiger und weniger frequentiert, was für manche Reisende ein Argument für sich ist.

Mgahinga Gorilla National Park

Mgahinga ist kleiner und weniger bekannt, grenzt direkt an den Virunga-Nationalpark in Kongo und Volcanoes National Park in Ruanda. Hier lebt nur eine habituierte Gorilla-Gruppe, was bedeutet: Es gibt sehr wenige Permits pro Tag. Wer Mgahinga auf dem Plan hat, muss früh buchen und flexibel sein, da die Gruppe gelegentlich über die Grenze wechselt und Trekkings dann kurzfristig ausfallen können.

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Das Gorilla Permit: Was es kostet und wie ihr es bekommt

Das Gorilla Permit ist das Herzstück der Planung, und es ist nicht günstig. Ein Permit für Gorilla Trekking in Uganda kostet 800 US-Dollar pro Person (Stand 2024). Dafür bekommt ihr eine geführte Trekking-Tour und eine Stunde Zeit bei der Gorilla-Familie.

800 Dollar. Das ist viel Geld. Wir haben lange überlegt, ob wir das wirklich ausgeben wollen, aber es ist ein Erlebnis was man vermutlich nur einmal im Leben macht und uns war es das wert.

Die Permits werden über die Uganda Wildlife Authority (UWA) vergeben. Buchen kann man direkt über die UWA-Website oder über einen lokalen oder internationalen Reiseveranstalter. Letzteres kostet oft eine kleine Gebühr mehr, dafür nimmt euch jemand die Koordination ab.

Praktische Infos

  • Preis: 800 USD pro Person (Stand 2024), bei uns waren es 2020 noch 600 USD
  • Buchung: über ugandawildlife.org oder zertifizierte Reiseveranstalter
  • Buchung so früh wie möglich, mindestens drei bis sechs Monate vor Reise
  • Permits sind personengebunden und nicht übertragbar
  • Kinder unter 15 Jahren sind nicht zum Gorilla Trekking zugelassen
  • Zahlung in USD, Kreditkarte wird akzeptiert

Wie läuft ein Gorilla Trekking ab?

Der Ablauf ist bei allen Sektoren ähnlich. Morgens, meist zwischen 7 und 8 Uhr, trifft man sich am Parkeingang zum Briefing. Ranger erklären die Verhaltensregeln, teilen die Gruppen ein und dann geht es los.

Die Trekkingzeit variiert enorm. Manchmal findet man die Gorillas nach einer Stunde, manchmal dauert es vier, fünf oder sechs Stunden durch dichten Urwald. Es gibt keine Garantie, und das ist auch gut so. Die Tracker, die schon früh morgens losgehen, um die Gruppe zu orten, halten per Funk Kontakt mit den Rangers. Wir waren ca. 2 h durch matschiges und steiles Gelände unterwegs, bis wir die Gorillas gefunden hatten.

Eine Stunde darf man bei der Gorilla-Familie bleiben. Nicht länger, das ist strikt reguliert, um die Tiere so wenig wie möglich zu belasten. Diese eine Stunde geht sehr schnell vorbei.

Fotografiert werden darf, Blitzlicht ist aber verboten. Mindestabstand zu den Gorillas ist sieben Meter, was in der Praxis nicht immer leicht einzuhalten ist, wenn ein neugieriger Junggorilla beschließt, auf euch zuzukommen.

Verhaltensregeln im Überblick

  • Mindestabstand 7 Meter zu den Gorillas
  • Kein Blitz beim Fotografieren
  • Nicht direkt in die Augen starren (wirkt aggressiv)
  • Hustenmaske tragen, falls ihr krank seid (oder besser: zu Hause bleiben)
  • Keine lauten Geräusche, keine hektischen Bewegungen
  • Müll mitnehmen, nichts im Wald liegen lassen
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Was ihr für das Gorilla Trekking mitnehmen solltet

Das Trekking findet im Regenwald statt, und der Name “Impenetrable” ist nicht ganz übertrieben. Es geht bergauf, bergab, durch Schlamm, über Wurzeln und manchmal auch durch Dickicht, das sich die Rangers mit der Machete freischneiden.

Festes Schuhwerk ist das Wichtigste. Wanderstiefel mit Knöchelschutz, wasserdicht wenn möglich. Wir hatten normale Wanderschuhe dabei und sind damit gut zurechtgekommen, aber ein paar in unserer Gruppe haben ihre Turnschuhe danach weggeworfen.

Lange Kleidung schützt vor Brennnesseln und Insekten, und es empfiehlt sich, Handschuhe dabei zu haben, wenn man sich beim Aufstieg an Ästen festhalten möchte. Ein Rucksack mit Wasser (mindestens zwei Liter), Snacks und einer Regenjacke ist Standard.

Wer möchte, kann vor Ort einen Porter engagieren, der den Rucksack trägt und euch bei schwierigen Passagen hilft. Das kostet wenige Dollar, gibt den Einheimischen Arbeit und ist besonders für weniger geübte Wanderer eine echte Erleichterung.

Packliste Gorilla Trekking

  • Feste Wanderstiefel (wasserdicht empfohlen)
  • Lange Hose, langärmliges Shirt
  • Leichte Regenjacke
  • Handschuhe (für Halt an Ästen)
  • Mindestens 2 Liter Wasser
  • Snacks für unterwegs
  • Insektenschutz
  • Kamera (kein Blitz)
  • Sonnenschutz für offene Abschnitte
  • Wanderstöcke (optional, aber hilfreich)

Beste Reisezeit für Gorilla Trekking in Uganda

Gorilla Trekking ist ganzjährig möglich, aber die Bedingungen variieren. Die Trockensaison von Juni bis September und von Dezember bis Februar gilt als beste Reisezeit. Die Wege sind weniger rutschig, der Urwald etwas besser begehbar, und die Anfahrt zu den Parks auf den oft unbefestigten Straßen ist einfacher.

In der Regenzeit (März bis Mai und Oktober bis November) sind die Permits günstiger verfügbar und die Landschaft noch satter grün. Das Trekking ist aber anspruchsvoller, und wer nicht gut zu Fuß ist, sollte die Regenzeit meiden.

Wir waren im März dort, und das Wetter war gut. Morgens kühl im Wald, mittags warm. Für Uganda insgesamt ist die Trockenzeit auch deshalb beliebt, weil man Safari und Gorilla Trekking gut kombinieren kann.

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Anreise nach Bwindi: So kommt ihr hin

Bwindi liegt im äußersten Südwesten Ugandas, rund 530 Kilometer von Kampala entfernt. Die Anreise ist ein Thema für sich.

Mit dem eigenen Fahrzeug oder Mietwagen dauert die Fahrt von Kampala zwischen acht und zehn Stunden, je nach Straßenzustand und Route. Ein 4×4 ist dringend empfohlen, besonders in der Regenzeit. Die Straßen im letzten Abschnitt sind steil, eng und bei Regen rutschig.

Alternativ gibt es Inlandsflüge von Kampala nach Kisoro oder Kihihi, von wo aus Bwindi in etwa einer Stunde erreichbar ist. Das spart Zeit, kostet aber entsprechend mehr.

Wer Gorilla Trekking mit einer Ruanda-Reise kombiniert, kann Bwindi auch von Kigali aus ansteuern. Die Grenze bei Katuna (ugandische Seite) ist gut ausgebaut, die Fahrt von Kigali nach Buhoma dauert etwa vier bis fünf Stunden.

Praktische Infos Anreise

  • Ab Kampala: 8 bis 10 Stunden Fahrt, 4×4 empfohlen
  • Inlandsflug: Entebbe nach Kisoro oder Kihihi (ca. 1 Stunde Flugzeit)
  • Ab Kigali (Ruanda): ca. 4 bis 5 Stunden über Grenzübergang Katuna/Cyanika
  • Fahrer/Guide vor Ort empfehlenswert, gerade für unerfahrene Selbstfahrer

Gorilla Trekking in Uganda vs. Ruanda: Was ist besser?

Die Frage stellt sich natürlich. Gorilla Trekking gibt es auch in Ruanda (Volcanoes National Park) und in der Demokratischen Republik Kongo (Virunga), und alle drei Länder haben ihre Argumente, wobei der Kongo natürlich mit deutlich mehr Sicherheitsrisiken verbunden ist.

Uganda ist günstiger. Das Permit kostet 800 USD, in Ruanda sind es 1.500 USD. Für viele Reisende ist das der entscheidende Faktor, auch für uns war das ausschlaggebend. Dazu kommt, dass Uganda mehr habituierte Gorilla-Gruppen hat und damit mehr Permits pro Tag verfügbar sind.

Ruanda hat den Vorteil der einfacheren Infrastruktur und ist als Reiseziel insgesamt sehr gut organisiert. Kigali ist eine moderne, sichere Stadt, die Anreise zum Park ist kürzer, und viele Lodges sind auf internationalem Niveau. Wer wenig Zeit hat und maximalen Komfort will, entscheidet sich oft für Ruanda.

Wir haben Uganda gewählt und würden es wieder so machen.


Fazit: Lohnt sich Gorilla Trekking in Uganda?

Ja. Ohne Wenn und Aber. Das Gorilla Trekking in Uganda ist teuer, die Anreise ist lang, und das Trekking selbst kann körperlich fordernd sein. Aber es ist eine dieser Erfahrungen, über die man noch Jahre später spricht. Nicht weil man ein gutes Foto gemacht hat, sondern weil man für eine Stunde die einmalige Chance hatte, diese tollen Tiere aus nächster Nähe zu beobachten.

Uganda als Reiseland hat uns sowieso überrascht. Die Menschen, die Landschaft, die Vielfalt. Bwindi ist ein guter Grund hinzufahren. Uganda selbst ist ein noch besserer.


FAQ: Gorilla Trekking in Uganda

Wie fit muss ich für Gorilla Trekking sein? Das kommt auf die Gruppe und den Sektor an. Manche Trekkings sind in zwei Stunden erledigt, andere dauern den ganzen Tag. Grundlegende Wanderfitness ist empfehlenswert. Wer Probleme mit den Knien oder der Ausdauer hat, sollte einen Porter einplanen und vorab mit dem Veranstalter sprechen.

Kann man Gorilla Permits spontan buchen? Theoretisch ja, wenn welche verfügbar sind. In der Praxis sind gute Zeitfenster in der Hochsaison Monate im Voraus ausgebucht. Wer auf Nummer sicher gehen will, bucht mindestens drei bis sechs Monate vorher.

Was passiert, wenn man die Gorillas nicht findet? Das passiert, ist aber selten. Die Tracker haben sehr viel Erfahrung und halten engen Kontakt mit den Rangers. Sollte eine Begegnung wirklich nicht möglich sein, gibt es in der Regel einen Ersatztermin oder eine Rückerstattung. Das ist in der Praxis aber eine absolute Ausnahme.

Ist Gorilla Trekking in Uganda sicher? Ja. Die Parks sind gut bewacht, die Rangers erfahren, und Übergriffe auf Touristen sind extrem selten. Uganda gilt als eines der sichereren Reiseländer in Ostafrika. Wie immer gilt: aktuelle Reisehinweise des Auswärtigen Amts vor Reiseantritt prüfen.

Kann ich Gorilla Trekking mit einer Safari kombinieren? Sehr gut sogar. Queen Elizabeth National Park und Kibale Forest (für Schimpansen-Trekking) liegen auf dem Weg nach Bwindi und bieten sich für eine kombinierte Route an. Wir haben genau das gemacht und es war eine der besten Reiserouten, die wir je gefahren sind.

Wie viele Menschen treffen gleichzeitig auf eine Gorilla-Gruppe? Pro Gorilla-Gruppe sind maximal acht Personen pro Tag zugelassen. Das ist bewusst so geregelt, um die Tiere zu schützen und das Erlebnis nicht zu einem Massentourismus-Event werden zu lassen.

Brauche ich für Uganda ein Visum? Ja, die meisten Nationalitäten brauchen ein Visum. Deutsche Staatsangehörige können es bequem als E-Visum online beantragen, das geht schnell und unkompliziert. Kosten: 50 USD (Stand 2024).