Schimpansen Trekking in Uganda: Kibale Forest

Schimpansen Trekking in Uganda ist nach dem Gorilla Trekking das zweite große Primatenerlebnis, das Uganda zu bieten hat, und ehrlich gesagt war es für uns mindestens genauso beeindruckend. Gorillas sind ruhig, majestätisch, irgendwie meditativ. Schimpansen sind das genaue Gegenteil. Laut, schnell, chaotisch, neugierig. Sie klettern, schreien, jagen sich gegenseitig durch die Baumwipfel, und manchmal schauen sie einen so direkt an, dass man kurz vergisst, wer hier eigentlich wen beobachtet.

Der Kibale Forest National Park im Westen Ugandas ist der beste Ort der Welt für Schimpansen Trekking. Das sagen nicht nur wir, das sagen auch die Zahlen: Über 1.500 Schimpansen leben hier. In diesem Artikel erfahrt ihr alles, was ihr für die Planung braucht.


Kibale Forest National Park: Warum gerade hier?

Der Kibale Forest liegt im Westen Ugandas, etwa 35 Kilometer südlich von Fort Portal. Der Park umfasst rund 766 Quadratkilometer tropischen Regenwald und beherbergt 13 verschiedene Primatenarten, darunter Rotkehlaffen, Schwarzweißcolobusaffen und natürlich die Schimpansen.

Was Kibale besonders macht: Hier gibt es die höchste Dichte an Schimpansen weltweit, und die habituierten Gruppen sind gut an Menschen gewöhnt. Die Wahrscheinlichkeit, die Tiere tatsächlich zu sehen, ist entsprechend hoch. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Habituierungsarbeit durch Ranger und Forscher.

Der Hauptort für das Trekking ist Kanyanchu, wo sich das Besucherzentrum und die meisten Lodges befinden. Von hier starten die Gruppen morgens und nachmittags.


Wie läuft das Schimpansen Trekking ab?

Der Ablauf ist ähnlich strukturiert wie beim Gorilla Trekking, fühlt sich aber anders an. Morgens um 8 Uhr und nachmittags um 14 Uhr gibt es ein Briefing am Besucherzentrum in Kanyanchu, dann geht es los mit einem Ranger und einem Tracker.

Der Unterschied zum Gorilla Trekking: Schimpansen bewegen sich. Viel. Sie sind nicht einfach irgendwo im Wald und warten. Sie ziehen, klettern, wechseln die Bäume, rennen. Das Trekking kann entsprechend hektisch sein. Man folgt dem Lärm, dem Tracker, manchmal auch dem Instinkt des Rangers, und dann befindet man sich plötzlich mitten in einer Gruppe, die gerade frühstückt oder sich gegenseitig jagt oder einfach laut ist.

Die erlaubte Zeit bei den Schimpansen beträgt eine Stunde, genau wie beim Gorilla Trekking. In dieser Stunde ist man aber gut beschäftigt, um die Schimpansen im Blick zu behalten.

Verhaltensregeln im Überblick

  • Mindestabstand 8 Meter zu den Schimpansen
  • Kein Blitz beim Fotografieren
  • Nicht direkt in die Augen starren
  • Hustenmaske bei Erkältungssymptomen tragen (oder besser: zu Hause bleiben)
  • Keine Lebensmittel sichtbar tragen, Schimpansen sind neugierig und schnell
  • Ruhige, langsame Bewegungen, auch wenn die Tiere nah kommen
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Das Permit: Kosten und Buchung

Das Schimpansen Trekking Permit kostet deutlich weniger als das Gorilla Permit. Ein Permit für das reguläre Trekking im Kibale Forest liegt bei 200 US-Dollar pro Person (Stand 2024), bei uns waren es 2020 noch 150 USD. Das macht das Schimpansen Trekking auch für Reisende interessant, denen das Gorilla Permit zu teuer ist, oder als Ergänzung zu einer Uganda-Reise, die beides umfasst.

Es gibt außerdem die Möglichkeit, an der sogenannten Chimpanzee Habituation Experience (CHEX) teilzunehmen. Das ist ein Ganztags-Programm, bei dem man eine noch nicht vollständig habituierte Gruppe begleitet und Forscher und Ranger bei ihrer Arbeit beobachtet. Das kostet 250 USD, dauert den ganzen Tag (ab 6 Uhr morgens) und ist für alle, die tiefer einsteigen wollen als beim regulären Trekking.

Praktische Infos

  • Reguläres Permit: 200 USD pro Person (Stand 2024)
  • CHEX (Ganztags-Habituation): 250 USD pro Person
  • Buchung über ugandawildlife.org oder Reiseveranstalter
  • Buchung möglichst zwei bis drei Monate im Voraus
  • Mindestalter: 12 Jahre für das reguläre Trekking
  • Gruppengrößen: maximal 6 Personen pro habituierter Gruppe

Kibale und Bigodi Wetland Sanctuary

Wer im Kibale Forest ist, sollte das Bigodi Wetland Sanctuary nicht verpassen. Das Feuchtgebiet liegt direkt am Parkrand und ist ein gemeindlich verwaltetes Schutzgebiet, das lokalen Familien zugutekommt. Geführte Spaziergänge durch das Feuchtgebiet dauern zwei bis drei Stunden und bieten Begegnungen mit weiteren Affenarten, über 200 Vogelspezies und einer Vegetation, die sich von der des Regenwaldes deutlich unterscheidet.

Der Eintritt ist günstig (Stand 2024 ca. 10 bis 15 USD), der Guide ist immer dabei, und die Atmosphäre ist entspannt. Kein Wettkampf um Permits, keine frühen Briefings, einfach ein Spaziergang durch schöne Natur. Für Vogelbeobachter ist Bigodi ein kleines Paradies.

Praktische Infos

  • Eintritt Bigodi Wetland: ca. 10 bis 15 USD pro Person (Stand 2024)
  • Dauer geführter Spaziergang: 2 bis 3 Stunden
  • Gut kombinierbar mit einem Trekking-Tag im Kibale Forest
  • Einnahmen gehen direkt an die lokale Gemeinde

Wie kommt man zum Kibale Forest?

Fort Portal ist die nächste größere Stadt und der logische Ausgangspunkt. Von Kampala aus sind es etwa fünf bis sechs Stunden Fahrt, je nach Straßenzustand. Die Strecke ist gut ausgebaut, ein normales Auto reicht für diese Strecke. Ein 4×4 ist trotzdem empfehlenswert, besonders wenn man danach weiterfährt zu Queen Elizabeth oder Bwindi.

Vom Stadtzentrum Fort Portal bis zum Parkeingang in Kanyanchu sind es nochmal etwa 35 Kilometer, was je nach Straße 45 Minuten bis eine Stunde dauert.

Inlandsflüge gibt es von Entebbe nach Fort Portal mit kleineren Chartermaschinen, das ist komfortabler aber deutlich teurer.

Praktische Infos Anreise

  • Ab Kampala nach Fort Portal: ca. 5 bis 6 Stunden Fahrt
  • Fort Portal nach Kanyanchu (Parkeingang): ca. 35 km, 45 bis 60 Minuten
  • 4×4 empfehlenswert, besonders bei Weiterreise nach Süden
  • Inlandsflug Entebbe nach Fort Portal: ca. 1 Stunde, Chartermaschinen verfügbar

Schimpansen Trekking und Gorilla Trekking kombinieren: Die klassische Uganda-Route

Viele Reisende kombinieren beide Trekkings auf einer Uganda-Rundreise. Die klassische Route führt von Kampala über den Queen Elizabeth National Park (Safari) nach Kibale Forest (Schimpansen) und dann weiter nach Bwindi (Gorillas). Oder umgekehrt. Wir sind zuerst im Mburo NP gestartet, dann zu den Gorillas und Schimpansen und zum Schluß in den Queen Elizabeth National Park. Alles zu unserer Route findest du hier:

2 Wochen Selbstfahrer Route durch Uganda

Für diese Rundreise sollte man mindestens zehn bis zwölf Tage einplanen, alles darunter wird hektisch. Die Distanzen sind zwar nicht wahnsinnig weit, aber die Strassen zum Teil sehr schlecht und man kommt nur langsam voran.


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Was packt man für das Schimpansen Trekking ein?

Ähnliches Gepäck wie beim Gorilla Trekking, aber mit einem Unterschied: Schimpansen Trekking kann schneller gehen und man muss manchmal rennen (oder zumindest zügig gehen), um den Tieren zu folgen. Schwerer Rucksack ist also eher hinderlich.

Leichte Klamotten, lange Ärmel und Hose wegen Insekten und Brennnesseln, feste Schuhe. Wasservorrat für ein paar Stunden. Kamera ohne Blitz.

Wer morgens früh startet, braucht eine Schicht mehr, im Wald ist es zunächst kühl. Mittags kann es warm werden, sobald man aus dem dichten Walddach heraustritt.

Packliste

  • Feste Wanderschuhe (müssen nicht wasserdicht sein, Kibale ist oft trockener als Bwindi)
  • Lange Hose, langärmliges Shirt
  • Leichte Regenjacke (für den Morgen)
  • Kleiner leichter Rucksack
  • 1,5 bis 2 Liter Wasser
  • Insektenschutz
  • Kamera ohne Blitz
  • Snacks für unterwegs
  • Keine sichtbaren Lebensmittel außen am Rucksack

Fazit: Lohnt sich Schimpansen Trekking in Uganda?

Ja. Eindeutig ja. Und zwar nicht nur als Ergänzung zum Gorilla Trekking, sondern als eigenständiges Erlebnis. Schimpansen sind unsere nächsten Verwandten, 98,7 Prozent genetische Übereinstimmung mit dem Menschen, und das spürt man im Kibale Forest auf eine Art, die sich schwer beschreiben lässt. Diese Blicke. Diese Lautstärke. Dieses Chaos.

Uganda macht es einem leicht, gleich zwei solcher Erfahrungen auf einer Reise zu verbinden. Wer einmal hier ist, sollte beide mitnehmen. Das Budget ist überschaubar im Vergleich zu dem, was man dafür bekommt, und die Erinnerungen halten deutlich länger als die Stunde, die man offiziell bei den Tieren verbringen darf.


FAQ: Schimpansen Trekking Uganda

Was kostet das Schimpansen Trekking in Uganda? Ein reguläres Permit im Kibale Forest kostet 200 USD pro Person (Stand 2024). Die erweiterte Chimpanzee Habituation Experience (CHEX) kostet 250 USD und dauert den ganzen Tag. Beide Permits werden über die Uganda Wildlife Authority vergeben.

Wie lange dauert das Schimpansen Trekking? Das hängt davon ab, wie schnell die Tracker die Gruppe finden. In der Regel rechnet man mit zwei bis vier Stunden insgesamt, die eigentliche Zeit bei den Schimpansen beträgt eine Stunde. Manchmal geht es schneller, manchmal dauert es länger.

Ist Schimpansen Trekking anstrengender als Gorilla Trekking? Das Gelände im Kibale Forest ist weniger steil als in Bwindi. Dafür kann das Tempo höher sein, weil Schimpansen sich bewegen und man ihnen folgen muss. Grundlegende Wanderfitness ist ausreichend, ein sehr sportliches Niveau ist nicht nötig.

Ab welchem Alter ist Schimpansen Trekking erlaubt? Das Mindestalter für das reguläre Trekking im Kibale Forest beträgt 12 Jahre. Für die CHEX-Erfahrung gelten ähnliche Regeln, hier am besten direkt bei der UWA nachfragen.

Kann man Gorilla und Schimpansen Trekking auf einer Reise kombinieren? Sehr gut sogar. Die klassische Uganda-Route verbindet Kibale Forest mit dem Queen Elizabeth National Park und Bwindi Impenetrable Forest. Für eine entspannte Kombination sollte man mindestens zehn bis zwölf Tage einplanen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, Schimpansen zu sehen? Im Kibale Forest ist sie sehr hoch, deutlich über 90 Prozent. Die habituierten Gruppen sind gut erforscht und die Tracker haben langjährige Erfahrung. Eine Garantie gibt es nie, aber Kibale gilt weltweit als einer der verlässlichsten Orte für Schimpansenbeobachtungen.

Braucht man für Uganda ein Visum? Ja. Deutsche Staatsangehörige können ein E-Visum online beantragen, der Prozess ist unkompliziert und dauert wenige Werktage. Kosten: 50 USD (Stand 2024).

Was ist der Unterschied zwischen regulärem Trekking und CHEX? Beim regulären Trekking besucht man eine vollständig habituierte Gruppe für eine Stunde. Bei der CHEX begleitet man Forscher und Ranger den ganzen Tag und arbeitet mit einer Gruppe, die sich noch in der Habituierungsphase befindet. Das ist intensiver, zeitaufwendiger und für alle geeignet, die tiefer in das Thema eintauchen wollen.