Die 10 schönsten Roadtrip-Ziele in Europa
Wind im Haar, enge kurvige Straßen und kleine Dörfchen zum Anhalten und Durchatmen. So muss ein Roadtrip sein. Ich bin ein absoluter Roadtrip-Fan, mit und ohne Camper, und über die Jahre habe ich einige Länder und Regionen bereist, die mich immer wieder aufs Neue begeistern. Hier sind meine 10 Lieblinge in Europa, die ich bereits alle in den letzten Jahren bereist habe. Früher zu Studentenzeiten mit dem alten Mercedes und Zelt der Schwiegereltern, inzwischen mit eigenem Camper und Kindern. Trotzdem sind alle Ziele nach wie vor sehr sehenswert.
1. Korsika

Korsika ist für mich die Königin der Roadtrip-Inseln. Die Straßen schlängeln sich durch wilde Berglandschaften, vorbei an türkisblauen Buchten und kleinen Bergdörfern, die die Zeit vergessen haben. Das Beste: Außerhalb der Hochsaison hat man das Gefühl, die ganze Insel für sich alleine zu haben. Korsika ist dabei erstaunlich vielseitig – wer morgens noch auf einem einsamen Strand liegt, kann nachmittags schon durch kühle Bergwälder wandern.
Highlights: Col de Bavella, Calanques de Piana, Bonifacio, Corte, Scandola-Naturreservat
Reisedauer: Mindestens 10–14 Tage, um die Insel in Ruhe zu erkunden
Route: Von Bastia im Norden über die Westküste nach Bonifacio im Süden – oder umgekehrt. Die Passstraßen im Inneren der Insel unbedingt einplanen.
Beste Reisezeit: Mai–Juni & September – angenehme Temperaturen, kaum Touristenmassen
Tipp: Unbedingt auch die Bergdörfer im Inneren der Insel besuchen – die meisten bleiben an der Küste und verpassen damit das echte Korsika.
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2. Sardinien

Sardinien überrascht mit einer Vielfalt, die man kaum erwartet. Traumhafte Küstenstraßen wechseln sich ab mit dem rauen Landesinneren, antiken Nuraghen und Dörfern, die vom Massentourismus noch weitgehend verschont geblieben sind. Dazu das türkisblaue Wasser – das sich wirklich vor keiner Karibik-Insel verstecken muss. Sardinien ist dabei größer als man denkt und hat für jeden Reisestil etwas zu bieten.
Highlights: Costa Smeralda, Gennargentu-Nationalpark, Alghero, Bosa, Nuraghenkomplex Su Nuraxi
Reisedauer: 10–14 Tage für eine entspannte Rundreise
Route: Von Cagliari im Süden über die Westküste nach Alghero, dann durch das Landesinnere zurück – so sieht man sowohl die bekanntesten Küstenabschnitte als auch das ursprüngliche Hinterland.
Beste Reisezeit: Mai–Juni & September–Oktober
Tipp: Auch der Süden der Insel lohnt sich – und ist deutlich ruhiger als der berühmte Norden rund um die Costa Smeralda.
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3. Kampanien & die Amalfiküste
Kurvenreich, dramatisch und einfach atemberaubend schön. Die Amalfiküste ist eine der ikonischsten Küstenstraßen der Welt – und das zu Recht. Steile Klippen, pastellfarbene Dörfer und das tiefblaue Meer unter sich. Wer hier fährt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Kampanien bietet aber noch so viel mehr als nur die Amalfiküste: die Region ist kulturell eine der reichsten Italiens.
Highlights: Positano, Ravello, Pompeji, Herkulaneum, Neapel, Insel Capri, Paestum
Reisedauer: 7–10 Tage
Route: Neapel als Startpunkt, dann die Amalfiküste entlang von Sorrent bis Salerno – oder in umgekehrter Richtung, um dem stärksten Verkehr auszuweichen. Einen Abstecher nach Pompeji einplanen.
Beste Reisezeit: April–Mai & September–Oktober – im Hochsommer ist die Küstenstraße hoffnungslos überfüllt
Tipp: Frühmorgens losfahren und die engen Serpentinen genießen, bevor der Reisebus-Verkehr einsetzt. Alternativ: mit dem Boot von Ort zu Ort.
Weiterer Tipp: Wem die Amlafiküste zu touristisch ist, fährt einfach weiter in den Süden. Der Cilento Nationalpark, die griechischen Tempel in Paestum und eine wunderschöne Küstenlandschaft sind auch toll für einen Roadtrip geeignet!
4. Atlantikküste Frankreich

Die französische Atlantikküste ist ein Roadtrip für die Seele. Endlose Dünen, kleine Surferdörfer, Austernbars direkt am Wasser und eine Leichtigkeit, die man kaum woanders findet. Hier hält man einfach an, wo es gefällt – und das ist meistens überall. Besonders schön: Die Küste verändert sich ständig, von den Pinienwäldern des Landes bis zu den wilden Buchten des Baskenlandes.
Highlights: Düne von Pilat, Arcachon, Hossegor, Biarritz, Bordeaux
Reisedauer: 10 Tage
Route: Von Bordeaux südwärts über Arcachon, die Düne von Pilat, Hossegor bis nach Biarritz – ein entspannter Küstentrip mit viel Zeit für spontane Stopps.
Beste Reisezeit: Juni–September, außerhalb der Schulferien wenn möglich
Tipp: Die Düne von Pilat am frühen Morgen besuchen – ohne die Massen ist es ein ganz anderes Erlebnis. Und in Arcachon unbedingt die Fähre nach Cap Ferrer nehmen.
5. Schottland

Schottland ist rau, dramatisch und unglaublich vielseitig. An jeder Kurve wartet ein neues Postkartenmotiv – einsame Lochs, weite Hochmoore, mittelalterliche Burgen und kleine Whisky-Destillerien am Wegesrand. Der North Coast 500 gilt nicht ohne Grund als eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. Und die Schotten selbst sind dabei so herzlich und unkompliziert, dass man sich sofort wohlfühlt.
Highlights: North Coast 500, Isle of Skye, Glencoe, Loch Ness, Edinburgh, Eilean Donan Castle
Reisedauer: Mindestens 10–14 Tage, um dem North Coast 500 ohne Hetze zu folgen
Route: Edinburgh als Start, dann durch die Highlands nordwärts auf den North Coast 500 – die Küstenrundroute führt von Inverness einmal um den Norden Schottlands herum. Die Isle of Skye als Abstecher unbedingt einplanen.
Beste Reisezeit: Mai–September – im Mai und Juni besonders schön, da die Tage sehr lang sind
Tipp: Regenkleidung ist Pflicht – aber der Regen gehört dazu und macht die Landschaft erst so dramatisch. Und: Unterkünfte früh buchen, entlang des NC500 wird es in der Saison eng.
➡️ Ausführliche Tipps & unsere Route gibt es hier: 3 Wochen Schottland – Reisetipps, Route & Highlights
6. Norwegen

Norwegen ist schlicht und ergreifend eines der schönsten Länder der Welt für einen Roadtrip. Fjorde, Wasserfälle, legendäre Bergstraßen und eine Natur, die einen immer wieder sprachlos macht. Dazu das Licht im Sommer, das einfach nicht aufhört – die Mitternachtssonne ist ein Erlebnis für sich. Norwegen ist dabei kein günstiges Reiseland, aber jeden Cent wert.
Highlights: Geirangerfjord, Trollstigen, Lofoten, Preikestolen, Atlanterhavsveien, Flåm
Reisedauer: 14 Tage mindestens – Norwegen ist groß und die Straßen sind kurvenreich
Route: Von Oslo westwärts durch die Fjordregion, über den Geirangerfjord und Trollstigen an die Atlantikstraße – wer mehr Zeit hat, weiter hoch zu den Lofoten. Eine der spektakulärsten Routen Europas.
Beste Reisezeit: Juni–August für Mitternachtssonne, September–Oktober für Herbstfarben & erste Nordlichter
Tipp: Genug Zeit einplanen, man hält ständig an und die Straßen sind kurviger als gedacht. DieFährverbindungen zwischen den Fjorden frühzeitig buchen.
7. Montenegro

Montenegro ist für mich der Geheimtipp schlechthin unter den europäischen Roadtrip-Zielen. Rau, ursprünglich und noch längst nicht überlaufen. Auf engstem Raum wechseln sich Adriaküste, tiefe Schluchten und wilde Berglandschaften ab – und das alles zu Preisen, die man im restlichen Europa kaum noch findet. Montenegro wächst als Reiseziel, aber ist noch weit entfernt von dem Touristenandrang, den man aus Kroatien kennt.
Highlights: Kotor, Budva, Tara-Schlucht, Durmitor-Nationalpark, Sveti Stefan, Prokletije-Gebirge
Reisedauer: 7–10 Tage reichen für die Highlights
Route: Von Kotor mit seiner mittelalterlichen Altstadt die Küste entlang nach Budva, dann ins Landesinnere zum Durmitor-Nationalpark und der beeindruckenden Tara-Schlucht – zwei völlig verschiedene Gesichter des Landes.
Beste Reisezeit: Mai–Juni & September – Juli und August ist die Küste sehr voll
Tipp: Nicht nur an der Küste bleiben, das Landesinnere mit dem Durmitor NP ist landschaftlich mindestens genauso beeindruckend und noch kaum touristisch erschlossen.
8. Schweiz

Die Schweiz ist teuer – das ist bekannt. Aber als Roadtrip-Destination ist sie schwer zu schlagen. Pässe, Bergdörfer, glasklare Seen und Aussichten, die einem jedes Mal aufs Neue den Atem verschlagen. Die Schweiz ist dabei kompakt genug, um in zwei Wochen sehr viel zu sehen – und vielseitig genug, um immer wieder zurückzukehren.
Highlights: Grimselpass, Furkapass, Sustenpass, Graubünden, Engadin, Berner Oberland, Lauterbrunnen
Reisedauer: 7–14 Tage je nach Route
Route: Die großen Alpenpässe verbinden – Grimsel, Furka und Susten lassen sich wunderbar zu einer Schlaufe kombinieren. Wer mehr Zeit hat, weiter nach Graubünden und ins Engadin.
Beste Reisezeit: Juni–Oktober, wenn die Pässe geöffnet sind
Tipp: Camping oder Camper lohnt sich in der Schweiz besonders – die Natur ist die Unterkunft, und man spart erheblich gegenüber den Hotelpreisen.
9. Irland

Irland hat eine ganz eigene Magie. Grüne Hügel, wilde Atlantikküsten, uralte Steinmauern und Menschen, die einen sofort das Gefühl geben, willkommen zu sein. Der Wild Atlantic Way ist mit über 2.500 Kilometern einer der längsten Küstenwege der Welt – und einer der schönsten. Irland ist dabei ein Roadtrip, der unter die Haut geht, weil es nicht nur die Landschaft ist, die begeistert, sondern auch die Atmosphäre.
Highlights: Wild Atlantic Way, Cliffs of Moher, Ring of Kerry, Connemara, Giant’s Causeway, Dingle Peninsula
Reisedauer: 10–14 Tage für einen guten Querschnitt
Route: Dublin als Startpunkt, dann den Wild Atlantic Way entlang der Westküste von Donegal im Norden bis Cork im Süden – oder in umgekehrter Richtung. Wer weniger Zeit hat, konzentriert sich auf den Südwesten rund um Kerry und Clare.
Beste Reisezeit: Mai–September – Regen ist aber zu jeder Jahreszeit möglich, das gehört dazu
Tipp: Kein festes Programm machen – Irland ist ein Land für Spontanstopps. Die besten Momente passieren, wenn man einfach abbiegt, weil es so schön aussieht.
10. Bretagne

Die Bretagne ist Frankreichs raueste und eigenwilligste Region – und genau das macht sie so besonders. Die Atlantikküste ist hier wild und unberechenbar, die Leuchttürme stehen Wache über stürmische Meere, und in den kleinen Crêperien an der Küste versteht man, warum man für gutes Essen nicht weit reisen muss. Die Bretagne ist dabei auch kulturell eigen – mit einer eigenen Sprache, eigenen Traditionen und einem Stolz auf die eigene Identität, der ansteckend ist.
Highlights: Pointe du Raz, Presqu’île de Crozon, Saint-Malo, Mont-Saint-Michel, Carnac, Île de Bréhat
Reisedauer: 10-14 Tage
Route: Von Saint-Malo westwärts entlang der Nordküste über die Halbinsel Crozon bis zur Pointe du Raz, dann die Südküste zurück. Mont-Saint-Michel als Auftakt oder Abschluss einplanen.
Beste Reisezeit: Mai–September, außerhalb der französischen Schulferien wenn möglich
Tipp: Unbedingt die selbst gemachten Crêpes und Galettes in kleinen Familienbetrieben probieren – und Cidre dazu. Das ist Bretagne pur.
➡️ Ausführliche Tipps & unsere Route gibt es auf hier: 3 Wochen Bretagne – Reisetipps, Route und Highlights
Fazit
Europa hat so viele großartige Roadtrip-Ziele, dass diese Liste nie vollständig sein kann. Was sie alle gemeinsam haben: Man braucht kein festes Programm, keinen vollgepackten Kalender – einfach losfahren, spontan abbiegen und schauen was kommt. Die besten Momente passieren sowieso immer zwischendurch.
