Unsere Stopps auf dem Weg nach Albanien

Nordmazedonien stand bei uns nicht ganz oben auf dem Plan. Es war einfach der logische Weg: Wir wollten nach Albanien, unser erster Stopp dort sollte die Ferienwohnung von Freunden am Ohridsee sein, und die schnellste Route führte eben durch Serbien und Nordmazedonien. Außerdem war ich schon immer auf auf das Land gespannt, läuft es ja eher unter dem Radar.

zu unserer Albanienreise: Albanien: Route für 2 Wochen mit dem Camper

Und dann hat uns das Land wirklich überrascht. Der Ohridsee ist wunderschön, die Nationalparks sind beeindruckend, und Ohrid selbst ist süsses kleines Städtchen.

Wir haben nicht alles gesehen, bei weitem nicht. Aber was wir gesehen haben, reicht für eine klare Empfehlung: Wenn der Weg durch Nordmazedonien führt, nehmt euch auf jeden Fall etwas Zeit. Mindestens drei bis vier Tage.


Unsere Stopps

Mavrovo-Nationalpark: Allein am See mit Eseln als Gesellschaft

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Unser erster Stopp in Nordmazedonien war der Mavrovo-Nationalpark. Der Mavrovo-Nationalpark ist mit 731 Quadratkilometern der größte der vier Nationalparks des Landes und liegt im nordwestlichen Teil Nordmazedoniens, nahe der albanischen Grenze. Mitten drin liegt der Mavrovo-See, ein Stausee in 1233 Metern Höhe, in dem das versunkene Kirchengebäude des Heiligen Nikolaus aus dem Wasser ragt. Das haben wir nicht angeschaut, aber es war auch so eine wunderschöne Landschaft.

Wir haben am Ufer des Sees freigecampt, komplett allein. Abends kamen ein paar Esel und Schafe vorbei, das war alles. Kein Mensch, kein Lärm, nur die Berge rund um uns. Richtig idyllisch. Freistehen ist im Mavrovo-Nationalpark kein Problem, mit dem Camper lässt sich eine schöne Stelle am Seeufer finden.

Ein kleiner Hinweis aus eigener Erfahrung: Schafhirten haben hier mitunter sehr lebhafte Hunde dabei. Wer abends spazieren geht, sollte das im Hinterkopf behalten.

Eintritt & praktische Infos

  • Nationalparkgebühr: bei der Einfahrt fällig (Stand 2024: ca. 100 MKD pro Person)
  • Freistehen am See ist möglich und wird geduldet
  • Der Park zieht das ganze Jahr Besucher an: im Sommer zum Wandern und Radfahren, im Winter als Skigebiet
  • Tipp: Früh abfahren, die besten Stellplätze am Seeufer sind beliebt

Ohrid: Das süße kleine Städtchen am ältesten See Europas

Ich habe wirklich nicht erwartet, dass mir Ohrid so gut gefällt. Die Stadt ist klein, überschaubar und doch steckt sie voller Geschichte. Überall Kirchen, Cafés in alten Steinhäusern, schmale Gassen, und dann der See, der einen von fast jedem Punkt aus begleitet.

Der Ohridsee ist einer der ältesten Seen der Welt und beherbergt eine einzigartige Artenvielfalt. Man sieht ihm das nicht sofort an, aber wenn man ein bisschen liest, versteht man, warum das Gebiet rund um Ohrid seit 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Stadt selbst hat ein kleines Amphitheater aus der Antike, mehrere gut erhaltene byzantinische Kirchen und eine Burg, die über der Altstadt thront.

Wir sind am Seeufer entlanggeschlendert, haben uns einen Kaffee geholt und einfach die Zeit genossen.

Praktische Infos

  • Öffnungszeiten Burg Samuel: täglich, Eintritt ca. 100 MKD
  • Die Altstadt ist gut zu Fuß erschlossen
  • Campingmöglichkeiten direkt am See vorhanden
  • Beste Reisezeit: Mai, Juni, September (im Hochsommer sehr voll und heiß)

Kirche des Hl. Johannes von Kaneo: Das Highlight

nordmazedonien

Das ist das Bild, das die meisten kennen, wenn sie Fotos von Nordmazedonien sehen. Die kleine Kirche auf dem Felsvorsprung direkt über dem türkisblauen Wasser. Und sie hält, was die Fotos versprechen.

Die Kirche entstand im 13. Jahrhundert, wurde im 15. Jahrhundert verlassen, als die christliche Bevölkerung aus der Stadt vertrieben wurde, und dann im 19. und 20. Jahrhundert restauriert. Im Inneren finden sich mittelalterliche Fresken, die Christus Pantokrator in der Kuppel und verschiedene Heilige zeigen.

Wir sind von der Altstadt durch den Stadtteil Kaneo zum Felsvorsprung gelaufen, das sind gut 15 bis 20 Minuten Fußweg. Von oben schaut man auf den See und die Stadt. Morgens, wenn noch kaum jemand da ist, ist es besonders schön.

Eintritt & praktische Infos

  • Eintritt: 100 Denar (ca. 1,60 €), keine festen Öffnungszeiten
  • Erreichbar: nur zu Fuß (ca. 15 Min. von der Altstadt) oder per Boot vom Hafen
  • Tipp: Früh morgens fahren oder abends, dann sind deutlich weniger Touristen dort

Galičica-Nationalpark: Blick auf zwei Seen

nordmazedonien - galicica np

Auf dem Weg Richtung Albanien sind wir noch durch den Galičica-Nationalpark gefahren und haben eine kleine Wanderung gemacht. Der Park liegt direkt zwischen dem Ohridsee und dem Prespasee, das Gebirge ist seit 1958 Nationalpark und erstreckt sich über rund 242 Quadratkilometer.

Das Besondere: Von den höheren Punkten aus sieht man beide Seen gleichzeitig. Der Ohridsee und der Prespasee werden auch als die “Augen von Galičica” bezeichnet. Der Anblick von oben, zwei glitzernde Wasserflächen in ganz verschiedenen Richtungen ist beeindruckend.

Wer mehr Zeit mitbringt: Die Wanderung zum Magaro-Gipfel (2255 m) ist etwa 7,5 Kilometer lang und bietet vom Gipfel aus Ausblicke auf beide Seen. Im Park gibt es Wanderwege in drei Kategorien: H für kurze und leichte Strecken, T für längere Touren in höheren Lagen, und G für Routen über 1600 Meter. Für uns mit Kleinkind sind wir nur eine kurze Strecke gelaufen.

Eintritt & praktische Infos

  • Nationalparkgebühr am Eingang fällig
  • Wanderwege von ca. 1 bis 5 Stunden Länge im Bereich um den Magaro
  • GPS-Navigation empfehlenswert, Wegmarkierungen sind nicht überall verlässlich
  • Der Park liegt direkt auf dem Weg zwischen Ohrid und dem albanischen Grenzübergang Qafë Thanë, ideal als Stopp auf der Durchfahrt

Die wichtigsten Tipps für Nordmazedonien

Einreise und Dokumente. EU-Bürger reisen mit Personalausweis ein, kein Visum nötig. Die Grünen Versicherungskarte sollte auch für Nordmazedonien gültig sein (Kürzel MK nicht durchgestrichen).

Währung. Der Mazedonische Denar (MKD). Karten werden in größeren Städten und Supermärkten akzeptiert, auf dem Land lieber Bargeld dabei haben. An Geldautomaten in Ohrid und Skopje kommt man gut ran.

Straßen. Auf den Hauptverbindungen gut ausgebaut. In den Nationalparks und auf Nebenstrecken teils ruppig, aber mit einem normalen Camper gut fahrbar. Die Passstraße durch den Galičica-Nationalpark ist gut geteert und sehr schön.

Campingplätze und Freistehen. Freistehen ist in Nordmazedonien in der Regel geduldet, in Nationalparks gegen eine kleine Gebühr. Am Ohridsee gibt es mehrere organisierte Campingplätze mit direktem Seezugang.

Kosten. Nordmazedonien ist günstig. Essen gehen kostet einen Bruchteil von dem, was man aus Westeuropa kennt, Campingplätze sind preiswert, und Eintritte für Sehenswürdigkeiten liegen meist unter zwei Euro.

Reisezeit. Mai, Juni und September sind ideal, das Wetter ist angenehm und es ist noch nicht so voll. Im Juli und August kommt deutlich mehr Tourismus an den Ohridsee.


Fazit: Lohnt sich der Umweg über Nordmazedonien?

Für uns war es kein Umweg, es war eine der besten Entscheidungen der Reise. Nordmazedonien ist das typische Land, das man nicht auf dem Radar hat und dann vor Ort denkt: warum eigentlich nicht? Die Nationalparks sind großartig, der Ohridsee ist wunderschön, und Ohrid selbst ist ein kleines Juwel, das noch nicht von Massentourismus überrollt wurde.

Wenn du auf dem Weg nach Albanien bist oder den Balkan mit dem Camper bereist, plane mindestens drei bis vier Tage ein.


FAQ: Nordmazedonien Camper-Reise

Brauche ich ein Visum für Nordmazedonien? Nein. EU-Bürger reisen mit einem gültigen Personalausweis ein.

Welche Währung gilt in Nordmazedonien? Der Mazedonische Denar (MKD). Euro wird vereinzelt akzeptiert, aber nicht überall. In Denar zu zahlen ist die sicherere Wahl.

Ist Nordmazedonien mit dem Camper gut bereisbar? Ja. Die Hauptstraßen sind gut, die Nationalparks haben befestigte Zufahrtsstraßen. Freistehen ist möglich und in den Nationalparks gegen Gebühr erlaubt.

Wie lange sollte man für Nordmazedonien einplanen? Mindestens drei bis vier Tage, wenn man Mavrovo, Ohrid und Galičica mitnehmen möchte. Wer auch Skopje und den Pelister-Nationalpark sehen möchte, sollte eine Woche einplanen.

Ist Ohrid im Sommer sehr überlaufen? Im Juli und August wird es voll, besonders am Seeufer und in der Altstadt. Mai, Juni und September sind deutlich angenehmer, das Wetter ist trotzdem warm und das Wasser noch zum Baden gut geeignet.

Kann man am Ohridsee freistehen? Direkt am Seeufer in der Stadt kaum, dafür gibt es Campingplätze. Etwas abseits und in den Nationalparks ist Freistehen möglich.

Lohnt sich die Wanderung zum Magaro im Galičica-Park mit Kleinkind? Die kürzeren H-Routen im unteren Bereich des Parks sind gut machbar, die Aussicht auf den Ohridsee hat man auch schon nach wenigen Minuten. Die vollständige Wanderung auf den Magaro-Gipfel ist 7,5 Kilometer lang und für kleine Kinder zu anspruchsvoll.

Was kostet ein Campingplatz am Ohridsee? Zwischen 10 und 20 Euro pro Nacht für einen Stellplatz mit Strom, je nach Lage und Saison.